ArchivDeutsches Ärzteblatt6/1997Arzneimittel zur Frischzellentherapie verboten

POLITIK: Nachrichten - Aus Bund und Ländern

Arzneimittel zur Frischzellentherapie verboten

Korzilius, Heike

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LNSLNS BONN. Die Verwendung von Frischzellen zur Herstellung von Arzneimitteln, die zur Injektion oder Infusion bestimmt sind, sowie das Inverkehrbringen solcher nach dem Arzneimittelgesetz nicht zulassungspflichtiger Arzneimittel soll verboten werden. Das sieht eine Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit vor, die vom Kabinett gebilligt wurde.
Bei der Herstellung von Frischzellen wird Gewebe von tierischen Föten oder Jungtieren entnommen und als Aufschwemmung in den Gesäßmuskel injiziert. Diese Therapie birgt nach Ansicht des Ministeriums gravierende gesundheitliche Risiken. Das artfremde Eiweiß könne Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, die im Einzelfall tödlich verlaufen. Ebenso seien Fehlreaktionen des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe möglich, was zu erheblichen Organschäden führen könne. Nicht auszuschließen sei, daß durch die Frischzellen Krankheitserreger wie der Erreger der Traberkrankheit oder Tollwutviren übertragen würden. Diesen Risiken stehe kein nachgewiesener therapeutischer Nutzen gegenüber. Der Verordnung muß der Bundesrat noch zustimmen. HK
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