ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2006Psychiatrie: Zwangsweise Unterbringung überprüfen

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Psychiatrie: Zwangsweise Unterbringung überprüfen

PP 5, Ausgabe Februar 2006, Seite 53

Bühring, Petra

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LNSLNS Studie der Universität Gießen untersucht Hintergründe.

Die derzeitige Praxis der Zwangseinweisungen in psychiatrische Krankenhäuser will das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen auf den Prüfstand stellen. „Zwangseinweisung muss die absolute Ausnahme bleiben“, betonte NRW-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann. Anlass sind die Ergebnisse einer Studie der Universität Siegen, die im Jahr 2000 vom Ge­sund­heits­mi­nis­terium beauftragt worden war, die Hintergründe und Begleitumstände der zwangsweisen Unterbringung von psychisch Kranken oder Suchtkranken nach dem „Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten“ (PsychKG) genauer zu untersuchen. Analysiert wurde die Situation in den Städten Köln und Münster sowie den Kreisen Olpe und Viersen.
Festgestellt wurde dabei unter anderem, dass die Zahl der Zwangseinweisungen in NRW bis Mitte der 90er-Jahre stetig angestiegen ist, sich seitdem aber fast unverändert auf hohem Niveau bewegt. Die Unterbringungsquoten sind in ländlichen Gebieten deutlich niedriger als in Städten. Einweisungen von alten Menschen, Alleinlebenden und Wohnungslosen haben überdurchschnittlich zugenommen. Es werden mehr Männer als Frauen eingewiesen.
Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium fordert die Kommunen auf, ihr Hilfesystem auf mögliche Schwachstellen zu untersuchen. Sinnvoll erscheine beispielsweise die Einrichtung von lokalen Kriseninterventionstellen mit 24-stündiger Bereitschaft. Angeboten wird den Kommunen eine Arbeitshilfe, die ebenso wie die 448 Seiten lange Studie des Zentrums für Planung und Evaluation der Universität Gießen als pdf-Datei im Internet abrufbar ist: www.mags.nrw.de. PB
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