ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2006Pränataldiagnostik: Bessere Beratung

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Pränataldiagnostik: Bessere Beratung

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LNSLNS Europaweites Forschungsprojekt an der Universität Kassel
Die Auswirkungen von vorgeburtlicher Diagnostik auf Frauen und ihre Partner stehen im Mittelpunkt eines europaweiten Forschungsprojekts, das die Universität Kassel koordiniert. Die Europäische Union habe für das auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben 1,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, teilte die Projektleiterin, die Psychoanalytikerin Marianne Leuzinger-Bohleber, in Kassel mit. Beteiligt sind Ärzte, Psychotherapeuten und Ethiker aus Deutschland, Schweden, Großbritannien, Israel, Griechenland, Italien und Litauen.
Ziel des Projekts ist es unter anderem, die Praxis der vorgeburtlichen Diagnostik in den beteiligten Ländern zu untersuchen und die Beratungsmöglichkeiten zu verbessern. Festgestellt werden soll auch, ob es einen generellen Trend gibt, Frauen zu vorgeburtlichen Untersuchungen zu drängen, um dem Anspruch auf ein perfektes Baby gerecht zu werden. Leuzinger-Bohleber, die stellvertretende geschäftsführende Direktorin des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts ist, unterstrich, dass die Entscheidung zur Abtreibung oder Austragung eines möglicherweise behinderten Kindes große ethische und moralische Konflikte hervorrufen könne, die schwere Depressionen oder psychosomatische Erkrankungen nach sich ziehen könnten. Nach den wenigen bislang zu diesen Fragen vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen habe Deutschland unter den untersuchten Ländern zurzeit die niedrigste Quote von Schwangerschaftsabbrüchen nach vorgeburtlicher Diagnostik. In Israel sei sie am höchsten. afp
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