ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2006Drogenabhängige Jugendliche: Familientherapie zur Frühintervention

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Drogenabhängige Jugendliche: Familientherapie zur Frühintervention

PP 5, Ausgabe Februar 2006, Seite 75

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LNSLNS Wissenschaftler der Drogenambulanz für Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien (DAA) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf haben die kurzfristigen Effekte einer ambulanten Familientherapie mit drogenabhängigen Jugendlichen getestet. An dem Programm („Eppendorfer Familientherapie“) nahmen 86 Patienten im frühen Suchtstadium sowie 76 Mütter, 57 Väter und 36 Geschwister teil. Zur Behandlung wurden systemische Psychotherapiemethoden mit suchtmedizinischen Komponenten eingesetzt. Die Therapie berücksichtigte die Wechselwirkungen zwischen Drogenkonsum, familiären Konflikten und elterlichen Erziehungsstilen. Sie zielte darauf ab, funktionale familiäre Regeln zu bestärken und dysfunktionale zu ersetzen. Damit sollte die Kommunikation in der Familie verbessert werden. Außerdem wurde angestrebt, dass die Eltern wieder mehr ihre Verantwortung und Erziehungsgewalt wahrnehmen und dass bestehende familiäre Kompetenzen (re-)aktiviert werden. Bei Therapieende war die Anzahl der Jugendlichen, die angaben, in den vergangenen 30 Tagen mindestens einmal Opiate konsumiert zu haben, um 61 Prozent zurückgegangen. Außerdem hatten sich ihr Selbstwertgefühl und ihr Kontakt zu Gleichaltrigen verbessert. Das Funktionsniveau der Familien verbesserte sich hingegen nur geringfügig, sodass ihnen „gelegentliche Perioden befriedigenden Zusammenlebens“ möglich waren. ms

Thomasius et al.: Familientherapie als Frühintervention bei drogenabhängigen Jugendlichen, jungen Erwachsenen und deren Müttern. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2005; 3: 217–226.

Prof. Dr. med. Rainer Thomasius, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, E-Mail: thomasius@uke.uni-hamburg.de
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