ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2006Epidemiologische Studie: Ärzteschaft wird um Mithilfe gebeten

MEDIZINREPORT

Epidemiologische Studie: Ärzteschaft wird um Mithilfe gebeten

Poethko-Müller, Christina

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LNSLNS RKI untersucht plötzliche Todesfälle bei Säuglingen und Kleinkindern.

Das Robert Koch-Institut (RKI) führt bundesweit eine Studie über plötzliche Todesfälle von Säuglingen und Kleinkindern im zweiten bis 24. Lebensmonat (TOKEN) durch. Eine standardisierte Erfassung soll die epidemiologische Untersuchung von Risikofaktoren für einen frühen Tod ausfindig machen. Daher bittet das RKI die Ärzteschaft, betroffene Eltern auf die Studie aufmerksam zu machen.
Im epidemiologischen Teil ist der Fokus auf die Untersuchung von Risikofaktoren für einen plötzlichen Tod im ersten Lebensjahr (SIDS: Sudden Infant Death Syndrome) und im zweiten Lebensjahr (SUD: Sudden Unexplained Death) gerichtet. Dabei wird der Stellenwert bestimmter Lebensumstände, problematischer Schwangerschafts- und Geburtsverläufe, von Erkrankungen, Therapienformen, Arzneimitteln einschließlich Impfungen evaluiert. Der rechtsmedizinische Studienteil beschränkt sich auf obduzierte Todesfälle und soll mit zusätzlichen neuropathologischen, immunhistochemischen, mikrobiologischen und virologischen Untersuchungen vertiefende Erkenntnisse zum Pathomechanismus erbringen.
Die Feldphase der Studie hat im Juli 2005 begonnen. Dafür melden bundesweit mehr als 400 Gesundheitsämter dem RKI alle aufgetretenen Todesfälle im genannten Altersbereich und übersenden Kopien der Todesbescheinigungen, auf denen Namen und Anschrift des verstorbenen Kindes aus Datenschutzgründen vorher geschwärzt werden. Die Gesundheitsämter leiten vom RKI vorbereitete Schreiben an die Eltern weiter. Diese enthalten umfassende Informationen über die Studie sowie Antwortblätter, auf denen die Eltern ihre Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme portofrei auf dem Postweg mitteilen können. Unterstützung bei der Beantwortung erhalten Eltern und Ärzte telefonisch bei Mitarbeitern der kooperierenden Universitäts-Kinderklinik Magdeburg. Mit Ergebnissen ist Ende 2008 zu rechnen.

Dr. med. Christina Poethko-Müller, MSc
Robert Koch-Institut, Fachgebiet 23
Seestraße 10, 13353 Berlin
E-Mail: TOKEN@rki.de
Fax: 0 30/45 47-31 09

Das Faltblatt kann abgerufen werden unter: www.rki.de (Homepage > Gesundheitsberichterstattung und Epidemiologie > Datenerhebung > weitere Studien > TOKEN-Studie).

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