ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2006Nachgefragt: Rüdiger Strehl

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Nachgefragt: Rüdiger Strehl

Dtsch Arztebl 2006; 103(7): A-386 / B-338 / C-321

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Foto: privat Rüdiger Strehl unterstützt als Vorstandsvorsitzender des VUD und Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Tübingen eine „dosierte“ Bildung von Zentren.
Foto: privat Rüdiger Strehl unterstützt als Vorstandsvorsitzender des VUD und Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Tübingen eine „dosierte“ Bildung von Zentren.
DÄ: An vielen Universitätskliniken werden derzeit Zentren gebildet. Zeichnet sich da ein Trend ab, oder ist das nur eine „Mode“?
Strehl: Beides, aber wenn die modischen Projekte nicht zum Ergebnis führen, wird der wahre Trend deutlicher sichtbar werden.

DÄ: Auch der VUD empfiehlt die Etablierung solcher Strukturen. Hat sich die Gliederung in die traditionellen Fächer/Kliniken nicht bewährt?
Strehl: Die Spezialisierung in verschiedene Fachdisziplinen ist die Basis der enormen Leistungssteigerungen in der Medizin. Deshalb sollten Änderungen wohl bedacht sein. Andererseits gibt es weiter reichende Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit als Konsile und Überweisungen. Mit Behandlungszentren oder einer strikt gesteuerten, dokumentierten und kontrollierten Koordination der Diagnostik und der Therapieschemata bei mehreren beteiligten Fachdisziplinen können durchaus weitere Leistungsverbesserungen erreicht werden. Auch gibt es ordnungsrechtliche und wirtschaftliche Gesichtspunkte, die zu diesen neuen Überlegungen Anlass geben.

DÄ: Welche Erfahrungen haben Sie selbst in Tübingen gemacht?
Strehl: Ressourcenzentren bringen schnelle Erfolge. Das haben wir im Zentral-OP und in der Endoskopie an erheblich besseren Kapazitätsauslastungen messen können. Departments und fachübergreifende Zentren sind meist von den Persönlichkeiten und vom Konsens der Beteiligten abhängig. Da es gerade unter den Direktoren oft nicht widerstandsfrei möglich ist, eine zentrale Führungsperson mit Zuständigkeiten und akzeptierter Autorität zu versehen, haben wir bisher nur Departments in der Inneren Medizin, Pädiatrie und Augenheilkunde gebildet. Unser Südwestdeutsches Tumorzentrum ist gerade erst gestartet. Weiteres werden wir nur sehr dosiert und kontrolliert angehen. Insofern sollte man sich hüten, kurzfristige Vorteile zu überschätzen und Einführungsschwierigkeiten zu unterschätzen.
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