ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2006Arzneimittelimitate: Die Preispolitik der Patentinhaber

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Arzneimittelimitate: Die Preispolitik der Patentinhaber

Dtsch Arztebl 2006; 103(7): A-402 / B-347 / C-330

Lüttich, Sebastian

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LNSLNS Das Fazit „Der sichere Weg geht über die Apotheke!“ stimmt natürlich, blendet allerdings gravierende Faktoren aus, und der Umkehrschluss: „keine Apotheke = böse“ gilt mitnichten pauschal. Ist es denn in der westlichen Welt wirklich notwendig, den Menschen, der nach humanistischen Kriterien ja auch selbstbestimmt sein sollte, vor aller Unbill zu schützen? Jemand, der Medikamente per Versandhandel kauft, die wesentlich weniger kosten als die aus der Apotheke, verhält sich nicht anders als jener, der bei dubiosen Investitionen mitmischt . . . Eigenverantwortung gehört gefördert und, so traurig es leider klingt: Dummheit ist leider endemisch und unausrottbar. Anders sieht die Situation in den Entwicklungsländern aus. Tendenziell ist der Trend in Richtung Patent- und Pfründeschutz sichtbar. Verständlich aus wirtschaftlicher Sicht, falsch aus medizinischer und humanistischer Sicht. Wir, die Industriestaaten, sind zu unserem Entwicklungsvorsprung auch unter Ausnutzung der Unwissenheit der „Dritte Weltler“ und Ressourceninanspruchnahme aus eben diesen Teilen der Erde gekommen . . . Die Arzneimittelgesetzgebung im Sinne von Firmen- und Patentschutz kann aber kein Mittel für die Entwicklungsländer sein. Die Behördenstruktur, schon geschaffen oder noch zu schaffen, ist kein Garant für Arzneimittelunbedenklichkeit. Weshalb werden denn Medikamente gefälscht? In einem Land wie Nigeria mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 1 000 US-Dollar jährlich zu leben ermöglicht einem Menschen nicht unbedingt, die medizinisch notwendige Medikation zu Marktpreisen zu beziehen . . . Die GPHF präferiert GPHF-Minilabs® (natürlich markenrechtlich geschützt) zur Erkennung von Fälschungen. Zu exorbitanten Preisen, denn das Testkit kostet mehr als die Herstellungspreise für das Originalpharmakon. Nicht die Fälscher sind in Drittweltländern das Problem, sondern die Preisgestaltung der Patentinhaber.
Sebastian Lüttich, Kanzowstraße 6, 10439 Berlin
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