ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2006Norovirusinfektion – häufigste Ursache akuter Gastroenteritiden in den Wintermonaten: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Norovirusinfektion – häufigste Ursache akuter Gastroenteritiden in den Wintermonaten: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2006; 103(7): A-421 / B-366 / C-349

Schneider, Thomas

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LNSLNS Herr Mauckner spricht in seinem Leserbrief ein Problem an, das zurzeit am Robert Koch-Institut und auch vom Bundesumweltamt intensiv überdacht wird. Es hat vor kurzem auch eine Anhörung der Hypothesen von Herrn Dipl.-Ing. Soddemann am Robert Koch-Institut stattgefunden. Im Moment gibt es keine epidemiologischen Hinweise, dass Noroviren in Deutschland durch Trinkwasser in größerem Umfang übertragen werden. 90 Prozent aller Infektionen werden von Mensch zu Mensch übertragen; wie im Beitrag erwähnt spielt dabei der aerogene Übertragungsweg eine sehr wichtige Rolle. Die Hypothese, dass die Übertragung von Noroviren streng temperaturabhängig sei, ist nicht bewiesen. Dies kann zurzeit aufgrund der fehlenden Möglichkeiten der Anzüchtbarkeit des Erregers auch nicht überprüft werden. Ob eine regelmäßige Stichprobenanalyse des Trinkwassers oder der Einbau von Virenfiltern im Trinkwassersystem sinnvoll sein könnte, müssen Expertengremien auf deutscher und europäischer Ebene prüfen.

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Thomas Schneider
Charité-Universitätsmedizin
Berlin-Campus Benjamin Franklin
Medizinische Klinik I
Hindenburgdamm 30
12200 Berlin

Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

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