ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2006Malta: „Grünender Wald und schimmerndes Wasser“

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Malta: „Grünender Wald und schimmerndes Wasser“

Dtsch Arztebl 2006; 103(7): A-426 / C-352

Klinkhammer, Gisela

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Eine der bekanntesten Wallfahrtskirchen Gozos ist die Kirche von Ta’ Pinu. Fotos: Kempinski
Eine der bekanntesten Wallfahrtskirchen Gozos ist die Kirche von Ta’ Pinu. Fotos: Kempinski
Freunde von Wellness und Kultur kommen auf der maltesischen Insel Gozo voll auf ihre Kosten.

Malta hatte sich im November ordentlich herausgeputzt. Grund war der Besuch der Queen anlässlich des Commonwealth-Gipfels. Doch eigentlich hätte der kleine Inselstaat dies gar nicht nötig gehabt. Die natürliche Schönheit Maltas allein hätte sie schon genug beeindrucken können.
Und wer auch noch etwas Ruhe sucht, der sollte die Fährfahrt (oder den Hubschrauberflug) auf die kleinere Insel Gozo nicht scheuen. Diese wurde bereits von Homer geschildert: „Draußen war grünender Wald rings um die Grotte gewachsen, Erlenbäume und Pappeln und duftende, dunkle Zypressen. In ihren Zweigen nisteten flügelbreitende Vögel. Dort auch rankte sich um die gewölbte Grotte ein Weinstock, jugendlich frisch, mit prangendem Laub und strotzend von Trauben. Und vier Quellen sprudelten dort mit schimmerndem Wasser nebeneinander hervor und rannen dann hierhin und dorthin.“
Die Grotte, in der die Nymphe Calypso Odysseus sieben Jahre lang an sich gefesselt hielt, kann auch heute noch besichtigt werden. Sie liegt an der Ramla Bay. Das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der kleinen Insel ist die Hauptstadt Gozos, die den Namen Victoria erhielt, als die gleichnamige britische Königin ihr diamantenes Thronjubiläum feierte. Ursprünglich hieß die 6 000-Einwohner-Stadt Rabat, und die Bevölkerung nennt sie bis heute so. Die Festungsmauern der Zitadelle, von denen aus man die ganze Insel überblicken kann, wurden von den Ordensrittern im 16. Jahrhundert errichtet. Jahrhundertelang bot die Zitadelle Sicherheit vor den Angriffen nordafrikanischer Korsaren und Sarazenen, die die Bevölkerung Gozos mehrfach im Lauf der Geschichte versklavten. Innerhalb der Zitadelle befindet sich das Archäologische Museum Gozos. Es illustriert die Kulturgeschichte von der neolithischen Zeit bis in die Moderne.
Besonders sehenswert ist die Kathedrale Maria Himmelfahrt innerhalb der Festungsmauern. Sie fasziniert die Besucher vor allem mit einer optischen Täuschung: Ein perspektivisches Deckengemälde erweckt die Illusion einer vorhandenen Kuppel. Ebenso sehenswert ist auch die zwischen 1672 und 1678 erbaute Basilika St. Georg, die mit zahlreichen vergoldeten Skulpturen und Gemälden geschmückt ist.
Selbst in den kleinsten Orten findet man prachtvolle Kirchen, Zeugnisse für die große Frömmigkeit der Malteser. Einer der bekanntesten Wallfahrtsorte auf der Insel ist die Kirche von Ta’ Pinu. Dort soll im Jahr 1883 in einer kleinen Kapelle der Bäuerin Karmela Grima die Jungfrau Maria erschienen sein, die seitdem zu Heilungen verhilft und Wünsche erfüllt. Im Jahr 1920 begann man an gleicher Stelle mit dem Bau der Kathedrale. In ihrer Sakristei werden noch heute zahlreiche Gegenstände ausgestellt, die dankbare Gläubige dort hinterlassen haben. Das Dorfbild von Xewkija wird von einer gewaltigen Rundkirche geprägt, die Johannes dem Täufer gewidmet ist. Sie ist eine der größten Kuppelkirchen Europas.
Das wohl bekannteste Postkartenmotiv Gozos ist das Azure Window.
Das wohl bekannteste Postkartenmotiv Gozos ist das Azure Window.
Ein Beispiel prähistorischer Frömmigkeit ist die Tempelanlage von Ggantija. Man schätzt heute, dass sie gegen 3500 v. Chr. errichtet wurde, also noch bevor die erste ägyptische Pyramide oder Stonehenge in England erbaut wurden. Das Gelände der Anlage ist von einer megalithischen Steinmauer umgeben, und im Innern befinden sich zwei Tempelkomplexe. Das wohl bekannteste Postkartenmotiv Gozos ist das Azure Window, ein natürlicher, circa 30 Meter hoher Felsrundbogen. Das Naturwunder der so genannten Inland Sea ist ein von steilen Felswänden umgebener Krater, der durch Risse in den Klippen mit frischem Meerwasser versorgt wird.
Doch nicht nur Kultur und Natur bietet die kleine maltesische Insel, mehrere Hotels sorgen für die nötige Erholung. Im Westen der Insel, nahe dem kleinen Ort San Lawrenz, befindet sich das im Jahr 2004 zu Europas führendem Spa-Resort ausgezeichnete Kempinski Hotel San Lawrenz. Den Gästen steht dort eine Vielzahl von Anwendungen, wie zum Beispiel Ayurveda, Meeres- und Kräuterkuren und Massagen, zur Verfügung. Weitere Informationen: www.kempinski-gozo.com. Gisela Klinkhammer


Reise-Tipps
Informationen: Fremdenverkehrsamt Malta, Schillerstraße 30–40, 60313 Frankfurt, Telefon: 0 69/ 28 58 90, Internet: www.urlaub malta.com.
Anreise: zum Beispiel mit der nationalen Fluggesellschaft Air Malta. Sie bietet Flüge ab mehreren deutschen Großstädten an. Internet: www.airmalta.de.
Unterkunft: Malta bietet eine große Auswahl an Hotels jeder Kategorie, Familienunterkünften, Ferienwohnungen und Villen, die internationalem Standard entsprechen.
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