ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2006Urteil: Kein Vertrieb von Arzneien in Drogerien

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Urteil: Kein Vertrieb von Arzneien in Drogerien

Dtsch Arztebl 2006; 103(8): A-436 / B-380 / C-364

Merten, Martina

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Das gescheiterte Vertriebskonzept: Rezept in der Drogeriemarkt- Filiale abgeben, 72 Stunden später das Medikament dort abholen Foto: dm
Das gescheiterte Vertriebskonzept: Rezept in der Drogeriemarkt- Filiale abgeben, 72 Stunden später das Medikament dort abholen Foto: dm
Europaapotheke Venlo und „dm“ kündigen Berufung an.

Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hat Mitte Februar das Verbot des Vertriebs von Arzneimitteln in Filialen der Drogeriemarktkette „dm“ bestätigt. Der Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Joachim Erwin (CDU), hatte bereits im Sommer 2004 den Test-Vertrieb von Arzneimitteln in Kooperation mit der „Europaapotheek Venlo“ stoppen lassen. Die Drogeriemarktkette und die Europaapotheke kündigten gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster an.
„Unser Modell ist ohne weiteres zulässig“, versicherte „dm-“Geschäftsführerin Petra Schäfer. Auch Peter Gritschneder, Leiter des Bereichs Kommunikation und Marketing der Europaapotheke, sagte, Ziel sei es, an dem innovativen Vertriebsweg festzuhalten. Es bestehe keine Gefahr für die Sicherheit der Verbraucher, denn die Arzneimittelpakete seien verschlossen und würden für den normalen Publikumsverkehr unzugänglich aufbewahrt.
„dm“ hatte den Medikamenten-Service im Juni 2004 in einigen seiner Filialen getestet. Kunden konnten über einen Bestellzettel Arzneimittel bei der Europaapotheke Venlo anfordern und gegen Vorlage des Abholscheins und des Ausweises innerhalb von 72 Stunden in der Filiale abholen. Nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts Düsseldorf handelt es sich bei dieser Form des Vertriebs nicht um Versandhandel im Sinne des Gesetzes. Nach dem Arzneimittelgesetz und dem Apothekengesetz sei die Abgabe von Arzneimitteln in festen Betriebsstätten den Apotheken vorbehalten. Darüber hinaus verstoße diese Art des Versandhandels gegen die Arzneimittel- und die Versorgungssicherheit, heißt es in dem Urteil.
Die Apothekerkammer Nordrhein begrüßte das Urteil des Gerichts. „Die Entscheidung stärkt die Arzneimittelsicherheit“, sagte deren Präsident Lutz Engelen nach der Urteilsverkündung. Die Apothekerkammer Nordrhein hatte bereits 2004 mit Hinweis auf die Gefährdung der Arzneimittelsicherheit gegen den Versandhandel protestiert. MM
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