ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2006EBM 2000plus: Übler Zeitfresser
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Bei der berechtigten Kritik an der zunehmenden Bürokratie in den Praxen wird leider meist der übelste Zeitfresser überhaupt vergessen, die Abrechnung mittels einzelner Ziffern nach EBM. Es war viele Jahre schon nervig genug, aber seit dem EBM 2000plus ist alles noch viel schlimmer geworden. Dieses ständige Nachgrübeln, Vergleichen, Eintragen, erneut Überprüfen und Nachbessern ist extrem lästig und Kraft raubend. Man fühlt sich dabei ungefähr so, als dürfe man seinen Wochenendeinkauf nur mit Kupfermünzen bezahlen, und zwar jedes Teil einzeln. Durch Abschaffung dieses Systems würden viele verplemperte Arbeitsstunden im Praxisalltag und am Quartalsende eingespart und könnten sinnvoller eingesetzt werden. Da wir ohnehin durch die völlig undurchschaubare „Nachbearbeitung“ der KV auf einen praktisch gleichen Fallwert je Fachgruppe nivelliert werden, ist eine Fallpauschale mit einfachstem Nachweis die einzig richtige Lösung der Misere. In Praxen und KVen würden so eine Menge Ressourcen frei, zudem könnten die Restzahlungen früher als bisher nach acht Monaten (KV Hessen!) erfolgen. Die Pauschale muss allerdings hoch genug sein . . . Lediglich für besonders zeitaufwendige Fälle oder Leistungen sollten einige wenige Einzelleistungen ergänzend hinzukommen, dies sollte genügen. Jede weitere Bastelei an dem Monstrum EBM macht alles nur noch schlimmer . . .
Dr. med. Johannes Wollenweber,
Rosenpark 41, 65795 Hattersheim
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige