ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2006Richtlinie: Zum Scheitern verurteilt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses über eine Qualitätsmanagement-Richtlinie für die vertragsärztliche Versorgung geht voll an der Realität der Situation der vertragsärztlichen Praxis in Deutschland vorbei. Als Inhaber einer Praxis, in der sowohl die ISO-Zertifizierung als auch die Akkreditierung des IVF-Labors erfolgreich durchgeführt worden sind, ist es mir klar, dass Qualitätsmanagement eine sehr sinnvolle Maßnahme für die Qualitätssicherung der Arztpraxen darstellt. Dieselbe Aussage gilt selbstverständlich auch für Krankenhäuser und Universitäten. Aus eigener langjähriger Erfahrung ist aber hervorzuheben, dass die Einführung und Durchführung der Zertifizierung und des Audits einen großen finanziellen und personellen Aufwand bedeuten. Im Hinblick auf die schon für die normal durchgeführten Leistungen unzureichende Zahlung durch die Kassenärztliche Vereinigung, stellt sich hier die Frage, wo Einzelpraxen insbesondere die finanziellen, personellen und Zeitressourcen herholen sollen, um ordnungsgemäß das QM-System einführen und überleben zu können. Solange keine eindeutige Finanzierung und Unterstützung seitens der KV zur Verfügung gestellt wird, ist die ordnungsgemäße Einführung des QM-Systems in der vertragsärztlichen Versorgung zum Scheitern verurteilt . . .
Dr. M. C. W. Scholtes, Ph. D.,
Zentrum für Reproduktionsmedizin, Völklinger Straße 4, 40219 Düsseldorf
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige