ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2006Priority Setting Toolkit. A Guide to the Use of Economics in Health Care Decision Making

BÜCHER

Priority Setting Toolkit. A Guide to the Use of Economics in Health Care Decision Making

Dtsch Arztebl 2006; 103(8): A-473

Mitton, Craig; Donaldson, Cam

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LNSLNS Gesundheitsökonomie: Blick über die Grenzen
Craig Mitton, Cam Donaldson: Priority Setting Toolkit. A Guide to the Use of Economics in Health Care Decision Making. BMJ Books, London, 2004, 183 Seiten, Paperback, 32,90 €
Es gibt nicht gerade viele kompakte Texte, die auf einem hohen Niveau in die Grundideen ökonomischer Evaluation und ihre praktische Nutzung einführen und trotzdem für Nichtökonomen zugänglich sind. Die Autoren, international ausgewiesene Gesundheitsökonomen aus Großbritannien und Kanada, konzentrieren sich auf die eminent praktische Frage der Prioritätensetzung bei begrenzt verfügbaren Ressourcen. Sie beginnen mit einer Diskussion der Erfahrungen, die mit unterschiedlichen – auch nichtökonomischen – Ansätzen gesammelt wurden. Aber auch ökonomische Ansätze, darauf weisen die Autoren eindringlich hin, führen keineswegs immer zu einer praktischen Umsetzung, die den elementaren Konzepten der Opportunitätskosten und der marginalen Analyse gerecht wird.
Nach einer mit instruktiven Beispielen unterlegten Darstellung dieser beiden Konzepte wenden sich die Autoren einer in Kanada und Großbritannien verbreiteten Methode zu, dem Prinzip des „Programme Budgeting and Marginal Analysis“ (PBMA). Sie beschreiben die Vor- und Nachteile einer damit durchgeführten expliziten Prioritätensetzung und die gesundheitsökonomischen Evaluationen zukommende Rolle mit wohltuendem Realismus. Sie führen entscheidende Argumente für eine stärkere Nutzung ökonomischer Analysen als Informationsquelle an, ohne daraus übertriebene Handlungsempfehlungen abzuleiten. Im Gegenteil skizzieren sie mit typisch angelsächsischem Pragmatismus einen erwiesenermaßen funktionierenden Weg, die aus ihnen gewonnenen Erkenntnisse – unter Beachtung von immer bestehenden Unsicherheiten und Datenlücken – mit anderen Perspektiven abzugleichen und so in ein umfassenderes Gesamtbild zu integrieren.
Sicher ist das PBMA-Modell nicht umstandslos auf die Gegebenheiten des deutschen Gesundheitssystems übertragbar. Unbeschadet dessen – und selbst dann, wenn man nicht jede Wertung der Autoren teilt – regt der Blick über die Grenzen zu intensivem Nachdenken darüber an, wie auch hier-
zulande die zweifellos vorhandenen Rationalisierungspotenziale besser erschlossen werden können. Michael Schlander
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