ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2006Frühzeitige psychologische Interventionen nach Traumatisierung: Angemessen aufklären
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Traumata erzeugen bei 15 bis 24 Pro-zent der Opfer eine chronische posttraumatische Belastungsstörung (PTB). Beispielhaft werden Unfälle, Vergewaltigungen oder auch Kriegshandlungen genannt.
Aus eigener Erfahrung weiß ich jedoch, dass auch Patienten, die eine ausführliche differenzialdiagnostische Abklärung bei angenommener maligner Krankheit erhalten haben, an PTB leiden können. Eindrucksvoll präsentierte eine Mitte 30-jährige Patientin eine entsprechende Symptomatalogie, die ausgiebig bei nachweisbaren Speicherherden im Knochenszintigramm untersucht wurde und darüber informiert war, dass man nach einem in die Knochen metastasierenden Malignom fahnde. So kann die aktuell so sehr geliebte Aufklärungswut zur Krankheitsursache werden.
Nur allzu häufig wird vergessen, dass eine angemessene Aufklärung nur sinnvoll ist, wenn man sicher weiß, worüber man aufklären muss.

Prof. Dr. med. habil. Helmut W. Minne
Klinik Der Fürstenhof
Am Hylligen Born 7
31812 Bad Pyrmont

Die Autoren des Beitrags haben auf ein Schlusswort verzichtet.

Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote