ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2006Diabetes als Hinweis auf ein Pankreaskarzinom

MEDIZIN: Referiert

Diabetes als Hinweis auf ein Pankreaskarzinom

Dtsch Arztebl 2006; 103(8): A-491 / B-423 / C-405

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LNSLNS Bei vielen Patienten mit einem Pankreaskarzinom findet man einen Diabetes mellitus. Inwieweit ein neu aufgetretener Diabetes als Hinweis auf ein okkultes Pankreaskarzinom gewertet werden kann, war bislang nicht untersucht worden.
Die Autoren führten eine Studie an 2 122 Patienten im Alter über 50 Jahre durch, bei denen zwischen dem 1. Januar 1950 und dem 31. Dezember 1994 ein Diabetes mellitus diagnostiziert worden war und die innerhalb der nächsten drei Jahre ein Pankreaskarzinom entwickelten. Diese Daten wurden mit denen einer Kontrollgruppe verglichen, wobei Body-Mass-Index und Raucherstatus zusätzlich in die Bewertung einflossen.
Etwa ein Prozent aller Patienten mit neu aufgetretenem Diabetes nach dem 50. Lebensjahr entwickelten innerhalb von drei Jahren ein Pankreaskarzinom. In der Mehrzahl der Fälle wurde dieser Tumor innerhalb von sechs Monaten nach Feststellung des Diabetes diagnostiziert. Als Vergleichsgruppe dienten Daten aus dem Iowa Surveillance Epidemiology and Results Register für Pankreaskarzinome. Das Risiko, ein Pankreaskarzinom zu entwickeln, lag bei den Patienten mit neu aufgetretenem Diabetes mellitus um den Faktor 7,94 höher als in der Vergleichsgruppe. Raucher waren dabei etwas häufiger betroffen, jedoch erreichte der Faktor Nikotinkonsum keine statistische Signifikanz.
Weitere Studien müssen zeigen, ob das Kriterium eines neu aufgetretenen Diabetes als Marker für ein frühes Pankreaskarzinom gewertet werden kann. w

Chari ST, Leibson CA, Rabe KG et al.: Probability of pancreatic cancer following diabetes: a population-based study. Gastroenterology 2005; 129: 504–11. E-Mail: chari.suresh@mayo.edu

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