ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2006Australien: Weltnaturerbe aus Sand

VARIA: Reise / Sport / Freizeit

Australien: Weltnaturerbe aus Sand

Dtsch Arztebl 2006; 103(8): A-494

Junker, Uwe

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Beeindruckende Vielfalt auf Fraser Island

Millionen von Jahren brauchte die Natur, um Fraser Island zu erschaffen, die größte Sandinsel der Welt, die seit 1992 zum „Weltnaturerbe der Menschheit“ zählt. Neben Sand und riesigen Dünen hat die Insel auch Naturerleben im Angebot: Regenwälder, Süßwasserseen und eine beeindruckende Tierwelt.
Am Vormittag besteigen wir den gemieteten Landrover, um zu einer Inseltour aufzubrechen. „Bitte fahrt nicht vor Mittag auf die Autobahn, das ist zu gefährlich“, mahnt der Autovermieter. Die „Autobahn“ ist jener 75 Kilometer lange, wie mit dem Lineal gezogene Strand, der die gesamte Ostküste einnimmt. Das Befahren ist nur bei Ebbe erlaubt. Ohne Servolenkung arbeiten wir uns bis „Walooba Creek“ voran. Hier wandern wir durch dichten Regenwald, wie man ihn auf einer Sandinsel kaum erwarten kann: subtropische Feuchte, Urwaldriesen, Riesenfarne, Orchideen und ein variationsreiches Konzert von Vogelstimmen.
Kristallklares, grün und blau schimmerndes Wasser, weißer Sand und eine fast unwirkliche Stille – spätestens am Lake Berribee sind die Alltagssorgen aus Deutschland vergessen. „Super“ vermerken wir in unserem Reisetagebuch, und dem ist nichts hinzuzufügen.
Kurz vor Erreichen der „Autobahn“ geht dann nichts mehr. Beim Versuch, im Tiefsand einem verlassenen Wagen auszuweichen, bleiben wir selbst stecken. Zehn Minuten später erreichen vier junge Australier in einem mit Surfbrettern und Angelruten beladenen Pickup die nun vollends blockierte Piste. Eine halbe Stunde gemeinsames schweißtreibendes Schaufeln und Schieben führt schließlich zum Erfolg, und wir erreichen kurze Zeit später den gigantischen 75-mile-beach.
Wir stürzen uns in die mächtigen Wellen und lassen uns von ihnen wieder ans Ufer werfen. Kurz vor der Wasserlinie ist eine Touristin beim Sonnenbaden eingeschlafen. Ruhig trottet ein Dingo aus den Dünen heran und beschnuppert sie ausgiebig. Die Urlauberin erwacht und lässt beim Anblick des Tieres einen gellenden Schrei los. Wer von beiden sich mehr erschreckt, ist nicht zu sagen, der Dingo jedenfalls verschwindet in Windeseile. Nirgendwo in Australien leben mehr dieser verwilderten Hunde, deren Vorfahren einst von asiatischen Einwanderern eingeführt wurden, als auf Fraser Island.
Auch während der erholsamen Fahrt am Strand entlang lädt die Natur zu lohnenden Unterbrechungen ein, zum Beispiel an den Sandklippen der „Rainbow Gorge“ und der „Cathedrals“ oder am Wrack des 1935 gestrandeten Luxusdampfers „Maheno“. Wir gönnen uns einen letzten Höhepunkt. In der Nähe des Flüsschens „Ellis Creek“ besteigen wir ein sechssitziges Kleinflugzeug und erleben weite Teile dieses einzigartigen Biotops aus der Vogelperspektive. Uwe Junker


Reise-Tipps
Anreise mit dem Auto von Brisbane nach Hervey Bay, von dort 20-minütiger Fährtransfer. Reisezeit ganzjährig, in den Monaten Juni bis August Walbeobachtung möglich. Unterkunft Kingfisher Bay Resort, Telefon: 00 61/7/ 41 20 33 33, Telefax: 00 61/ 7/41 20 33 26, DZ ab 160 Euro, umweltfreundliche Anlage an der Westküste, organisierte Touren mit Rangerbegleitung, Mietwagen.
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