ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2006Neurophysiologe erhielt Leibniz-Preis: Fasziniert von der Komplexität

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Neurophysiologe erhielt Leibniz-Preis: Fasziniert von der Komplexität

Hibbeler, Birgit

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Peter Michael Jonas Foto: Universität Freiburg
Peter Michael Jonas Foto: Universität Freiburg
Mehrere Milliarden Nervenzellen, die über unzählige Synapsen miteinander kommunizieren: Das Gehirn ist das komplexeste Organ des Menschen. Seit Jahren beschäftigt sich der Freiburger Neurophysiologe Prof. Dr. med. Peter Michael Jonas mit Kommunikationsprozessen zwischen Nervenzellen im Gehirn. Für seine Arbeit erhielt Jonas am 8. Februar in Berlin den mit 1,55 Millionen Euro dotierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
„Das Gehirn ist wie ein Puzzle“, sagte der 44-jährige Hirnforscher gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. „Wir versuchen dieses Puzzle zusammenzusetzen.“ Jonas hat mit seiner Arbeitsgruppe zahlreiche Details zum Verständnis des Gehirns erarbeitet. Unter anderem gelang es ihm, das Dogma umzuwerfen, ein Neuron könne nur einen Transmitter ausschütten. Er bewies, dass Nervenzellen Informationen auch mittels unterschiedlicher Botenstoffe weiterleiten können.
Der Forschungsschwerpunkt des Neurophysiologen ist der Hippocampus. Dabei konzentriert Jonas sich unter anderem auf die Funktion inhibitorischer Interneurone, die Präsynapse, die adulte Neurogenese und Mechanismen synaptischer Plastizität. Der Hippocampus als „Tor zum Gedächtnis“ ist unter anderem für den Übergang vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis zuständig.
Schon für seine Dissertation wählte Jonas ein neurophysiologisches Thema und untersuchte den Einfluss eines Skorpiongiftes auf Natriumkanäle an peripheren Nerven. Daraufhin ließ ihn die Faszination der Neurophysiologie nicht mehr los. An der Universität Heidelberg habilitierte er sich 1992. In der Folge erhielt er einen Ruf an die Technische Universität München. Seit 1995 leitet er das Physiologische Institut der Universität Freiburg. Birgit Hibbeler
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