ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2006Fernsehtipp: Anfänger in Weiß
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Patricia Patzke ist seit zwei Jahren Assistenzärztin und arbeitet im Elisabeth-Krankenhaus in Essen in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Foto: WDR
Patricia Patzke ist seit zwei Jahren Assistenzärztin und arbeitet im Elisabeth-Krankenhaus in Essen in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Foto: WDR
Zwölfteilige Dokumentationsserie über junge Assistenzärztinnen und -ärzte im Krankenhaus

Die Dokumentation „Anfänger in Weiß“ begleitet sechs Assistenzärzte des Elisabeth-Krankenhauses in Essen über mehrere Wochen in ihrem Krankenhausalltag. Die jungen Ärztinnen und Ärzte sind alle im ersten oder zweiten Weiterbildungsjahr. Sie haben noch wenig Routine, was beispielsweise Abläufe, Operationen und Verwaltungsvorschriften betrifft. Beinahe täglich stehen sie vor neuen Herausforderungen, die sie – wie der Film auch zeigt – nicht immer erfolgreich bewältigen. Die Ärzte erzählen von dem schwierigen Einstieg ins Berufsleben, von ihren Ängsten, Problemen und ihren Zielen. Auch ihre Vorgesetzten und Kollegen kommen zu Wort. Der Zuschauer erhält dadurch vielfältige Einblicke in die ärztliche Arbeits- und Ausbildungssituation.
Jede Serie widmet sich anhand mehrerer ineinander verschränkter „Fallgeschichten“ und Perspektiven einem bestimmten Thema: In der Folge 1 „Angst zu versagen“ geht es beispielsweise für Bich Nguyen um ihre erste Leberpunktion, die ihr nicht gelingt. Bereits beim Aufklärungsgespräch wirkt sie so unsicher, dass die Patientin sie fragt: „Machen Sie das das erste Mal?“ Die 27-jährige Ärztin, die seit zehn Monaten in der Inneren Medizin arbeitet, hat außerdem große Skrupel davor, der Patientin Schmerzen zu bereiten. Sie fürchtet sich davor, die Gallenblase oder große Blutgefäße zu verletzen, und sticht viel zu zaghaft zu, sodass die anwesende Oberärztin ihr schließlich die Nadel aus der Hand nimmt und den Eingriff selbst vornimmt.
In der zweiten Fallgeschichte erfährt die Assistenzärztin Patricia Patzke kurz vor Dienstschluss, dass sie am nächsten Tag eine Resectio übernehmen soll. Zu Hause wälzt sie den ganzen Abend ihre Lehrbücher und geht sämtliche Schritte der Operation noch einmal durch. Trotzdem fürchtet sie sich vor unvorhersehbaren Risiken des Eingriffs – und der Zuschauer fiebert mit. Protagonist der dritten Geschichte ist der 29-jährige Mani Farazandeh, der als Assistenzarzt in der Kardiologie arbeitet. Er muss einen Patienten, der Herzrhythmusstörungen hat, mit Kardioversion – einem 2 000 Volt starken Stromstoß – behandeln, ein Verfahren, das auch Komplikationen hervorrufen kann.
In Folge 2 geht es um „unangenehme Aufgaben“, verdeutlicht am Beispiel einer Madenfußtherapie bei einem Diabetespatienten. Die Ärztin, die die Therapie ausführen soll, kann ihren Ekel vor den Maden nicht überwinden, verweigert sich standhaft und bittet eine Kollegin, sie zu vertreten. Der zweite „Fall“ ist eine Leistenbruch-Operation, bei der die Assistenzärztin nach einer für sie neuen Methode operieren muss, während der Chefarzt der Chirurgie ihr dabei assistiert – eine anstrengende Prüfungssituation für beide.
Weitere Folgen der Serie thematisieren beispielsweise den Nachtdienst, eine Zeit, in der die Assistenzärzte weitgehend auf sich allein gestellt Entscheidungen treffen müssen, Vertretungsdienste auf einer anderen Station, Eingriffe bei besonderen Patienten (zum Beispiel Säuglingen), das Gespräch mit Patienten in kritischen Situationen und das häufig schwierige Bemühen, Privatleben und Beruf zu vereinbaren. KBr

Sendetermine: „Anfänger in Weiß“, Dokumentationsserie in zwölf Teilen von Heiko Schäfer (Autor) und Christiane Hinz (Redaktion), ab 6. März 2006, immer montags, 22.00 Uhr, im WDR
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