ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2006Mammographie: Zu hoher Aufwand
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LNSLNS . . . Für die Hoffnung, dass 70 Prozent aller berechtigten Frauen zur Teilnahme an dem Programm zu motivieren sind, gibt es bisher wenig überzeugende Belege, auch eine Mortalitätsreduktion um 30 Prozent dürfte eher schwierig zu erreichen sein. Aus der Sicht der Diagnostischen Radiologie erscheint das Screeningprogramm, wie es jetzt vorgesehen bzw. in Umsetzung begriffen ist, einerseits bürokratisch überfrachtet, andererseits in der Finanzierung nicht gesichert, wobei die finanziellen Risiken wieder einmal den durchführenden Radiologen auferlegt sind und weitgehend unkalkulierbar sind. Eine Mortalitätssenkung ist vom Ansatz her ja nur bei den Frauen zu erwarten, die derzeit an keinerlei Früherkennungsdiagnostik zum Problem Brustkrebs teilnehmen. Für die andere Gruppe der Frauen, die ja nicht klein ist, die sich schon regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen der Brust unterzieht, sowohl als klinischer Diagnostik als auch bildgebend mit Mammographie und sonographischer Bildgebung, wird der Einstieg in das Sreeningprogramm eher eine Verschlechterung im Hinblick auf Brustkrebsfrüherkennung bedeuten. Daran ändert auch die Qualitätssicherung nichts, da diese ja auch in der so genannten kurativen Mammographie schon ein sehr hohes Niveau erreicht hat . . . Insofern ergeben sich begründete Zweifel daran, ob der hohe Aufwand, der organisatorisch und finanziell insbesondere auch von den projektverantwortlichen Ärzten zu erbringen ist, durch einen Erfolg des Programms insbesondere für die betroffenen Frauen belohnt wird.
Dr. med. Wolfgang Grimm, Landesvorsitzender Nordrhein des Berufsverbandes der Deutschen Radiologen e. V.,
Theaterplatz 3, 53177 Bonn
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