ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2006Schering: Die Klassiker machen das Rennen

VARIA: Wirtschaft

Schering: Die Klassiker machen das Rennen

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Dämpfer in der Onkologie
Die Schering AG, Berlin, hat 2005 wiederum ausgezeichnet gewirtschaftet. Die Umsatzerlöse stiegen auf 5,3 Milliarden Euro (+8 Prozent), das Betriebsergebnis auf 928 Millionen Euro (+21 Prozent), der Gewinn auf 619 Millionen Euro (+23 Prozent). Vorstandsvorsitzender Dr. Hubertus Erlen präsentierte die Zahlen am 20. Februar mit sichtlichem Stolz, es sei das beste Jahr in der Unternehmensgeschichte gewesen. So weit, so gut.
Das Schering-Geschäft lebt wesentlich von seinen Klassikern, der „Pille“ mit ihren vielen Varianten und Betaferon. Die Hormonpräparate steuern gut ein Drittel zum Umsatz bei, darunter Yasmin mit 586 Millionen Euro und einem Plus von 34 Prozent, auch dank Lateinamerika (+53 Prozent!). Betaferon bringt es auf 867 Millionen Euro Umsatz und immer noch zehn Prozent plus. Verlässliche Erlöse bringen die Kontrastmittel, ein Schering-Geschäftszweig, der ein wenig im Verborgenen blüht, aber immerhin 27 Prozent zum Umsatz beiträgt, darunter Magnevist mit 328 Millionen Euro (+7 Prozent).
Schering hat 2005 Rückschläge in der Forschung einstecken müssen. Der große Hoffnungsträger PTK/ZK, eine zusammen mit Novartis entwickelte Substanz zur Behandlung des kolorektalen Karzinoms, hat in Phase III enttäuscht. Bei Campath, eine Alternative zu Betaferon, entwickelt zusammen mit Genzyme, zeigten sich in Phase II schwere Nebenwirkungen. PTK/ZK könnte bei Patienten mit hoher LDH-Konzentration im Blut doch einen Therapiefortschritt bringen. Bei Campath gilt es, das Risikomanagement zu verbessern.
Unverdrossen optimiert Schering seine angestammte Produktpalette. In den USA steht Yaz offenbar vor der Zulassung, eine Variante von Yasmin mit neuem Einnahmeschema. Die Indikation von Betaferon, dessen Patentschutz 2007/08 ausläuft, soll auf frühe Stadien der MS ausgedehnt werden; entwikkelt wird zusätzlich eine 500-Milligramm-Version.
In der Pipeline steckt aber auch wieder der eine oder andere Hoffnungsträger wie Tocosol Paclitaxel zur Behandlung von Brustkrebs und voraussichtlich auch Lungen-Ovarial und Prostata-Ca. Die Lizenz zur Enwicklung wurde im Oktober von Sonus Pharmaceuticals erworben, an der sich Schering zugleich mit 15 Prozent beteiligte. Die Ergebnisse einer Phase-III-Studie für die Indikation Brustkrebs sollen 2007 vorliegen. In Phase III steckt auch Leukine zur Behandlung von Morbus Crohn. Die Zulassung in der EU und in den USA ist für Anfang 2008 angedacht.
Ein Blick auf das Verhältnis von Forschung und Marketing: Ausgaben für F & E: 982 Millionen Euro (+7 Prozent), Ausgaben für Marketing und Vertrieb: 1,687 Milliarden Euro (+9 Prozent). NJ
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