ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2006Umweltrisiken: Zunahme von Allergien bei Schulkindern

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Umweltrisiken: Zunahme von Allergien bei Schulkindern

Spielberg, Petra

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Den Zusammenhang zwischen Umweltschadstoffen undallergischen Erkrankungen sollen künftige Studien untersuchen.Foto: KEYSTONE
Den Zusammenhang zwischen Umweltschadstoffen und
allergischen Erkrankungen sollen künftige Studien untersuchen.
Foto: KEYSTONE
Studienergebnisse aus Sachsen-Anhalt; Brüssel will Datenbank errichten.
Während allergische Erkrankungen, wie Asthma und Neurodermitis, bei Schulkindern in Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren zugenommen haben, sind klassische Infekte der Atemwege rückläufig. Das ergab eine Studie aus dem Jahr 2003 an fünf- bis sechsjährigen Kindern in ausgewählten Regionen des Landes. Die Studie ist die fünfte in Folge seit 1991, die sich der Untersuchung von Umwelteinflüssen auf die Atemwegsgesundheit von Kindern widmen. Ursprüngliches Anliegen der Studien war es, den Einfluss von Belastungen der Außenluft auf Atemwegserkrankungen und Allergien bei Schulanfängern in ost- und westdeutschen Regionen miteinander zu vergleichen. Anfänglich fand daher eine enge Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen statt.
Der Ost-West-Vergleich, der im Jahr 2000 endete, ergab: Über die Jahre glich sich das Erkrankungs- und Symptommuster von Atemwegserkrankungen und Allergien bei Schulkindern in den Untersuchungsgebieten an. Deutlich wurde zudem, dass ostdeutsche Kinder in zunehmendem Maße an Heuschnupfen leiden.
„Die jüngsten Ergebnisse spiegeln daher vor allem die Entwicklung allergischer Erkrankungen bei Schulanfängern in Sachsen-Anhalt wider“, erläuterte der Gesundheitsminister von Sachsen-Anhalt, Gerry Kley, bei der Präsentation der Studie in Brüssel. Kley führt den Trend vor allem auf eine zunehmende Belastung der Außenluft mit Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon zurück. „Bei zukünftigen Schulanfängerstudien wollen wir daher den Zusammenhang zwischen diesen Schadstoffen und allergischen Erkrankungen näher untersuchen“, sagte der Minister.
Der für den Bereich Umwelt und Gesundheit zuständige Beamte der EU-Kommission, Scott Brockett, zeigte sich interessiert an den Studienergebnissen. Die Brüsseler Behörde will bis 2010 eine europaweite Datenbank zum Einfluss von Umweltbelastungen auf die Gesundheit von Kindern erstellen. Im Focus der Initiative SCALE stehen dabei vor allem Atemwegserkrankungen, Asthma, Allergien, Störungen bei der Entwicklung des Nervensystems sowie Krebserkrankungen. Ziel ist es, auf der Basis der gewonnenen Daten Maßnahmen zur Prävention und Behandlung umweltbedingter Gesundheitsrisiken zu entwickeln. „Wir müssen vor allem geeignete Präventionsansätze erarbeiten und bei niedergelassenen Ärzten das Bewusstsein hinsichtlich einer Zunahme von Allergien bei Kindern schärfen“, betonte Kley. ps

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