ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2006Nachgefragt: Annegret Schoeller

POLITIK

Nachgefragt: Annegret Schoeller

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Dr. med. Annegret Schoeller, Leiterin der Arbeitsgruppe Influenzapandemie der BÄK. Foto: privat
Dr. med. Annegret Schoeller, Leiterin der Arbeitsgruppe Influenzapandemie der BÄK. Foto: privat
DÄ: Die Umfrage zum Stand der Vorbereitungen auf eine Influenzapandemie zeigt Unterschiede zwischen den Landesärztekammern. Sind Sie mit den bisherigen Aktivitäten zufrieden?
Schoeller: Nein, und deshalb haben wir auf unserer jüngsten Sitzung auch weitere Maßnahmen verabredet. Es kommt auf die Landesärztekammern die wichtige Aufgabe zu, gegenüber den Landesgesundheitsbehörden darauf hinzuwirken, das ärztliche Expertenwissen vermehrt in die Vorbereitungen auf den Pandemiefall einzubeziehen und tragfähige Beratungsstrukturen für Ärztinnen und Ärzte aufzubauen.

DÄ: Wie soll das weitere Vorgehen der Landesärztekammern organisiert werden?
Schoeller: Ich halte es primär für erforderlich, dass wir für Ärztinnen und Ärzte und ihr Personal, aber auch für Patientinnen und Patienten Informationsmaterialien erarbeiten und zur Verfügung stellen. Es müssen auch Abstimmungen mit dem Robert Koch-Institut im Sinne einer abgestimmten „Risikokommunikation“ erfolgen. Meines Erachtens ist Aufklärung der beste Weg gegen Verunsicherung. Solche Informationsmaterialien dürfen nicht mit der heißen Nadel gestrickt werden. Sie müssen sorgfältig vorbereitet werden, ihre Erarbeitung darf dennoch nicht zu viel Zeit erfordern.

DÄ: Eng arbeitet die BÄK in den Fragen rund um die Vogelgrippe bereits mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zusammen. Sind weitere Kooperationen geplant?
Schoeller: Ja, wir sind
in Unterarbeitsgruppen des Robert Koch-Instituts tätig, mit der Bundesvereinigung der Apotheker in Kontakt und einbezogen in die Diskussion mit den zuständigen Bund-Länder-Vertretern.

DÄ: Würden Sie ein bundeseinheitliches Handeln bezüglich des Infektions- und Katastrophenschutzes befürworten?
Schoeller: Angesichts der mangelhaften Bund-Länder-Kooperation in Mecklenburg-Vorpommern halte ich es tatsächlich für erforderlich, dass ein stärker bundeseinheitlich ausgerichtetes Handeln angestrebt wird.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote