ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2006Heilmittel: Die Politik ist gefragt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Seit dem 1. Januar 2006 sind in vielen Kassenärztlichen Vereinigungen die Heilmittelverordnungen budgetiert. Die in einer durch Ihre empörende und unerträgliche Darstellung gescholtenen nordrheinischen Kinder- und Jugendärzte sind nicht allein betroffen. Wie willkürlich die Richtgrößen festgelegt werden, zeigt das Beispiel Bremen oder Nordwürttemberg. Dort betragen die Richtgrößen (für Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie) gerade einmal 9,98 Euro bzw. 12,36 Euro. Die Ärzte sind verpflichtet, ausreichend, notwendig, zweckmäßig und wirtschaftlich zu verordnen. Sie sind sich ihrer Verantwortung und der Verantwortung den Patienten gegenüber bewusst und werden dem gerecht. Es kann aber nicht sein, dass die Ärzteschaft unter dem Damoklesschwert des Regresses immer mehr unbegrenzt mögliche Niederlassungen von Heilmittelerbringern subventioniert. Nicht die überzogenen Darstellungen der ärztlichen Verbände, sondern die überzogenen Ansprüche vieler Patienten, die durch Darstellungen der Lobby der Heilmittelerbringer geschürt und verstärkt werden, sind das eigentliche Problem . . . Die Politik ist tatsächlich gefragt. Die Budgets müssen weg, und in den Kindergärten sind nicht über die GKV finanzierte Fördermaßnahmen zu installieren. Die Politik stiehlt sich aus der Verantwortung. Die KBV und die KVen sind hier zum Handeln aufgefordert.
Dr. Klaus Rodens, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Württemberg, Angertorstraße 6, 89129 Langenau
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige