ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2006Heilmittel: Handwerklicher Fehler
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LNSLNS Wir KV-Ärzte haben keineswegs „eine umfassende Vorinformation“ zur neuen Heilmittel-Richtgröße bekommen. Am 22. Dezember 2005 flatterte uns die neue Richtgröße ins Haus: Budget für Versicherte 8,60 Euro, für Familienversicherte 11,66 Euro, für Rentner 22,17 Euro. Allerdings fehlten die Preisangaben für Krankengymnastik, Ergo- und Logopädiebehandlung, sodass wir die Budgets zunächst gar nicht in unserer Software berechnen konnten. Die folgten dann aber Ende Januar 2006 auf unsere schriftliche Nachfrage. Wir sind eine neurologisch ausgerichtete Praxis. Warum hatten wir nun plötzlich einen Engpass bei den o. g. Verordnungen? Weil es zwar vorher auch ein (ausreichendes) Budget für Heilmittel gab, dieses aber für Neurologen und Psychiater getrennt berechnet wurde. Zum 1. Januar 2006 wurden die Fachgruppen neu aufgeteilt. Neurologen müssen sich nun mit Psychiatern das Heilmittelbudget teilen – die Psychiater haben nun auch ein Budget für Heilmittel, sie brauchen es aber gar nicht, denn sie verordnen keine Heilmittel. Uns hingegen fehlt jetzt bei den vielen zu betreuenden schwer kranken und behinderten Patienten das Budget. Aber, so wurde mir mitgeteilt, ich könne selbstverständlich weiter so viele Heilmittel wie erforderlich verordnen, müsse mich dann allerdings auf eine Überprüfung und ggf. Regress einstellen. Ich sehe die Notwendigkeit von Sparmaßnahmen – wehre mich aber dagegen, die Verantwortung für undurchdachte Maßnahmen tragen zu müssen. Hier liegt eindeutig ein handwerklicher Fehler der KV vor – dieser sollte schnellstens ausgebügelt werden.
Dr. med. Andrea Oelze,
Buchenstraße 13, 25421 Pinneberg
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