ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2006Geringeres Demenzrisiko durch Bewegung?

MEDIZIN: Referiert

Geringeres Demenzrisiko durch Bewegung?

Dtsch Arztebl 2006; 103(10): A-633 / B-543 / C-523

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LNSLNS Regelmäßige körperliche Aktivität ist mit einem deutlich verminderten Demenzrisiko assoziiert. Dies hat eine prospektive Kohortenstudie mit 1 740 Personen ergeben. Die Probanden waren bei Studienbeginn mindestens 65 Jahre alt und hatten keine kognitiven Beeinträchtigungen. Um Patienten im Prodromalstadium einer Demenz vor Studienbeginn auszuschließen, wurden nur Personen für die Untersuchung ausgewählt, die im „cognitive ability screening instrument“ (CASI) oberhalb der 25. Perzentile lagen und in dem Test 91 bis 100 Punkte erreichten. Die Probanden absolvierten den CASI-Test alle zwei Jahre. Wenn die Teilnehmer bei den Nachuntersuchungen weniger als 86 Punkte erzielten, wurden sie hinsichtlich einer sich entwickelnden Demenz untersucht. Körperliche Aktivität definierten die Autoren um Eric Larson vom Center for Health Studies in Seattle, USA, als mindestens 15-minütiges Training wie beispielsweise Gehen, Schwimmen, Rad fahren, Hanteltraining oder Dehnübungen. Darüber hinaus beurteilten die Forscher die körperliche Leistungsfähigkeit mit vier einfachen Tests. Innerhalb von sechs Jahren entwickelten 158 Studienteilnehmer eine Demenz, davon erkrankten 107 an der Alzheimer-Krankheit, 33 an einer vaskulären Demenz und 18 an anderen Demenzformen.
Personen, die sich mindestens dreimal wöchentlich sportlich betätigten, hatten eine nach Alter und Geschlecht adjustierte Wahrscheinlichkeit von 0,62 (Konfidenzintervall: 0,44 bis 0,86) um eine Demenz zu entwickeln im Vergleich zu denjenigen, die weniger als drei Trainingseinheiten in der Woche absolvierten. Unter Berücksichtigung weiterer möglichen Einflussfaktoren wie Rauchen, Bildung und Bluthochdruck ermittelten die Autoren eine relative Risikoreduktion um 32 Prozent. Es bestand keine Abhängigkeit vom Ausmaß der sportlichen Betätigung. Personen, die zu Studienbeginn bei der Beurteilung der körperlichen Fitness schlechter abschnitten als der Durchschnitt, profitierten mehr von regelmäßigem Training als die leistungsfähigeren.
Aufgrund des Verlaufs der Überlebenskurven vermuten die Autoren, dass physische Aktivität die Entwicklung einer Demenz verzögert und nicht verhindert. me

Larson EB, Wang L, Bowen JD et al.: Exercise is associated with reduced risk for incident dementia among persons 65 years of age and older. Ann Intern Med 2006; 144: 73–81. E-Mail: larson.e@ghc.org

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