ArchivDeutsches Ärzteblatt6/1997Intensivierte Insulintherapie: Blutzuckerkontrolle mit Biosensoren

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Intensivierte Insulintherapie: Blutzuckerkontrolle mit Biosensoren

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Beim insulinpflichtigen Diabetiker vermag nur die intensivierte Insulin-therapie eine normnahe Blutzucker-Einstellung zu erreichen. Hierbei werden durch Insulin-Substitution die Basalwerte und die postprandialen Spitzenwerte nachgeahmt. Dazu muß der Patient seine jeweiligen Blutzucker-werte kennen, um adäquat bei körperlicher Belastung und der Ernährungsweise angepaßt die Insulindosis und die Applikationsfrequenz wählen zu können. Daher setzt die intensivierte Insulintherapie eine mehrmals tägliche Blutzuckerselbstmessung voraus.
Das älteste Verfahren der Blutzuckerselbstmessung ist die visuelle Kontrolle mit Teststreifen, erinnerte Dr. Helmut Hasche (Bad Kissingen) bei einer Fachpressekonferenz der Firma MediSense in München. Dieses setzt aber voraus, daß der Patient gut sieht, keine Rot-grün-Schwäche aufweist und stets bei Tageslicht messen kann. Für Typ-I-Diabetiker ist dieses Verfahren daher ungeeignet. Die Abweichungen dieser Methode betragen bis zu 15 Prozent nach oben wie nach unten, so daß aus dem Meßergebnis häufig falsche Konsequenzen für die Insulintherapie gezogen werden.
Leider ist aber selbst die Verordnung von Teststreifen noch äußerst mangelhaft: Nach den Verkaufszahlen zu urteilen, entfällt nur ein Teststreifen pro Tag auf jeden insulinpflichtigen Diabetiker. Dabei wären jeweils mindestens drei Messungen pro Tag erforderlich.
Die entwickelten Meßgeräte sind entweder optisch arbeitende Reflektometer, die den Blutzucker-Spiegel aufgrund einer enzymatischen Reaktion messen, oder es sind sogenannte Biosensoren, deren Meßprinzip auf einer physikalisch-chemischen Reaktion beruht. Diese Geräte haben eine hohe Meßgenauigkeit, sind gut abzulesen und einfach zu bedienen.
Die speziellen Teststreifen für die MediSense-Geräte enthalten Glukoseoxidase und Ferrocen. Wird ein Blutstropfen auf den Teststreifen aufgetragen, reagiert der Blutzucker mit diesen Reagenzien unter Freisetzung von Elektronen. Dieser Mikrostrom wird vom Gerät gemessen und in die entsprechende Blutzuckerkonzentration umgerechnet.


Meßergebnis in 20 Sekunden
Die Vorteile der Biosensor-Technologie gegenüber den photometrischen Methoden sind vor allem: Der Blutstropfen kann weder ein optisches System verschmutzen, noch kann er verwischt werden. Auch die Feuchtigkeit der Umgebung (Aufbewahrung im Badezimmer) kann den Medisene-Teststreifen nichts anhaben, da sie einzeln in Folie eingeschweißt sind. Der Teststreifen kann auch während des Meßvorganges angefaßt werden, ohne daß dadurch das Meßergebnis verfälscht würde. Innerhalb von 20 Sekunden wird das Meßergebnis auf dem relativ großen Display angezeigt. Nach der Messung wird der Teststreifen durch Einschieben in die Folie hygienisch entsorgt. Siegfried Hoc

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