ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2006Psychoonkologie. Psychologische Aspekte der Entstehung und Bewältigung von Krebs

BÜCHER

Psychoonkologie. Psychologische Aspekte der Entstehung und Bewältigung von Krebs

Tschuschke, Volker

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Psychoonkologie: Gelungene Übersicht
Volker Tschuschke: Psychoonkologie. Psychologische Aspekte der Entstehung und Bewältigung von Krebs. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Schattauer GmbH, Stuttgart, 2006, 328 Seiten, 15 Abbildungen, 20 Tabellen, gebunden, 39,95 €
Im Zuge fortschreitender Erweiterung und Differenzierung in der Diagnostik und Behandlung von Krebserkrankungen wächst das Interesse an der Einbeziehung psychologischer, psychopathologischer und psychoneuro-immunologischer Parameter auf den Verlauf der Erkrankungen. Der Mensch ist eine körper-seelisch-geistige Einheit, in ständigem Fluss der gegenseitigen Wechselwirkungen. So sind nicht allein die notwendigen somatischen Behandlungen einer Karzinomerkrankung für den Patienten und seinen Krankheitsverlauf von Bedeutung, sondern auch seine Möglichkeiten des Erlebens und Umgangs mit der Erkrankung. Dabei kommen sozialen Beziehungen und Bedingungen, der Arzt-Patient-Beziehung und psychosozialen oder differenzierten psychotherapeutischen Interventionen eine wesentliche Bedeutung zu.
Tschuschke gibt in seinem gelungenen Übersichtsband ausführlich und für den Leser gut verständlich einen Über-blick über den Stand der Forschung auf dem Gebiet der Psychoonkologie sowie über psychotherapeutisch-psychosoziale Interventionsstrategien und Methoden. Dabei findet eine kritische Auseinandersetzung mit zahlreichen Studien statt. Neuere Entwicklungen im Bereich der Psychoneuroimmunologie werden dem Leser anschaulich vermittelt und deren Auswirkungen auf die Bedeutung der Psychoonkologie diskutiert. Im Vergleich zur ersten Auflage wird in der zweiten Auflage vermehrte Aufmerksamkeit auf das Spektrum psychoonkologischer Interventionen gelenkt und deren Nutzen und Bedeutung in dem wesentlich erweiterten und differenzierten Kapitel III „Psychosoziale Interventionen und Krankheitsverlauf bei Krebserkrankungen“ Rechnung getragen.
Tschuschke legt eine detaillierte Beschreibung emotionaler Vorgänge in Patienten mit Krebserkrankungen sowie der Bedeutung sozialer Faktoren vor. Wünschenswert wäre allerdings neben der Deskription eine mehr er-
klärende Darstellung innerer Zusammenhänge beziehungsweise eine intensivere Auseinandersetzung mit psychodynamischen Vorgängen. Zu kurz gekommen und im Vergleich zur übrigen Ausführlichkeit vernachlässigt erscheint auch das Kapitel über die Bedeutung der therapeutischen Beziehung, die eine wesentlich größere Beachtung erfordert. Wenig hilfreich sind auch die Fallbeispiele, die leider geeignet sind, dem überholten Schuldgedanken Vorschub zu leisten.
Insgesamt bietet das Buch jedem, der mit Krebspatienten umgeht, wertvolle und anregende Informationen und Hilfen. Christa Hack
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema