ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2006Analytische Gruppentherapie: Langzeitwirkung untersucht

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Analytische Gruppentherapie: Langzeitwirkung untersucht

PP 5, Ausgabe März 2006, Seite 110

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LNSLNS Psychotherapieforscher der University of Oslo haben geprüft, ob sich die Wirkungen einer Langzeitgruppentherapie auch nach einem Jahr noch nachweisen lassen. An der Studie nahmen 56 Patienten mit affektiven, Angst- und Persönlichkeitsstörungen teil. Die Teilnehmer besuchten einmal wöchentlich bis zu 32,5 Monate lang Gruppensitzungen. Eingesetzt wurden psychoanalytische und psychodynamische Verfahren. Die Mehrzahl der Teilnehmer erzielte eine Verbesserung. Ein Jahr später prüften die Forscher erneut den Gesundheitszustand der Teilnehmer und außerdem die Prädiktoren, die den Zustand in der Nachuntersuchung vorhersagten. Dabei zeigte sich, dass Patienten, die zu Beginn der Therapie gute soziale Funktionen aufwiesen und weniger schwer betroffen waren, am meisten profitiert hatten. Ein höheres Alter ging hingegen mit einem verschlechterten Zustand einher. Je länger die Behandlung wiederum dauerte, desto besser waren die Ergebnisse. Die Forscher schließen daraus, dass entweder eine lange Behandlung günstig wirkt oder dass die Patienten, die die meisten Fortschritte erzielt hatten, am längsten in der Behandlung blieben. Die Störung selbst, ihre Schwere und Chronizität sowie eine optimistische Erwartung der Patienten wirkten sich langfristig hingegen nicht aus. „Dieser Befund steht im Widerspruch zu vielen Befunden aus Kurzzeitstudien“, so die Autoren. Die Studie zeigte außerdem, dass Patienten mit Persönlichkeitsstörungen ebenso von psychoanalytischer Langzeittherapie profitieren wie Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen. ms

Lorentzen S, Hoglend P: Predictors of chance after long-term analytic group psychotherapy. Journal of Clinical Psychology 2005; 12: 1541–53.

Steinar Lorentzen, Institute of Psychiatry, University of Oslo, Clinic for Mental Health, Aker University Hospital, Sognsvannsveien 21, N-0320 Oslo, Norway, E-Mail: steinar.lorentzen@medisin.uio.no
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