ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2006Was uns gesund macht. Ganzheitliche Heilkunde statt seelenloser Medizin

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Was uns gesund macht. Ganzheitliche Heilkunde statt seelenloser Medizin

Dtsch Arztebl 2006; 103(11): A-691

Verres, Rolf

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Ganzheitliche Medizin
Einsichten und Anregungen
Rolf Verres: Was uns gesund macht. Ganzheitliche Heilkunde statt seelenloser Medizin. Verlag Herder, Freiburg, Basel, Wien, 2005, 192 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 19,90 €
Im Zentrum des Buches steht die Arzt-Patient-Beziehung. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich, scheinen doch Apparate mehr und mehr den Arzt selbst zu ersetzen. Perspektivenreich und breit fundiert zeigt der Autor, Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Psychologie an der Universität Heidelberg, dass gerade auch in unserer Hightech-Medizin auf vielen Ebenen der Heilerfolg von einer vertrauensvollen Arzt-Patient-Beziehung abhängt. Auch heute ist der Arzt nicht nur als Experte im Sinne eines „Medizineringenieurs“ gefordert, sondern genauso als verständnisvoller Ansprechpartner.
„Zum Wesen der Heilkunde gehört das gelingende Gespräch: Die beidseitig spürbare Resonanz, das Zeigen, Aufgreifen und Erstnehmen von Bedürfnissen.“ Fehlt diese Resonanz, das gelingende Gespräch, wird beispielsweise die Compliance und damit der Heilerfolg ausbleiben. Die „Sachzwänge“, sprich vor allem Sparzwänge, gefährden eine „heilsame“ Beziehungskultur.
Es ist das große Verdienst dieses Buches, nicht nur den Finger auf diese Wunde zu legen, sondern aufzuzeigen, wie gleichwohl eine gute Beziehungskultur zustande kommt. Wichtige Anregungen werden hier dem Arzt gegeben. Originell sind die zahlreichen Beispiele, mit denen Patienten selbst Einblicke in die Zwänge gewinnen können, unter denen Ärzte heute stehen. So wird ihnen vermittelt, wie sie selbst zu einer für sie heilsamen Patient-Arzt-Beziehung beitragen, sie selbst den Arzt für sich gewinnen können. Eine Vielzahl persönlicher Erfahrungen des Autors – auch als Patient – fließen hier kreativ ein. Wenn Rolf Verres eine ganzheitliche Medizin fordert, ist beileibe nicht von risikoreicher Alternativmedizin die Rede. Er zielt ab auf eine Verknüpfung von modernem medizinischem Expertenwissen und einer Heilkunde, die auch Beziehung und Gespräch ins Zentrum rückt und zugleich salutogenetische Aspekte einbezieht, dem Patienten hilft, Fürsorge für sich selbst zu finden, mit sich selbst ins Gleichgewicht zu kommen, „Lebenskraft“ zu fördern, um den antagonistischen gesundheitsgefährdenden lebensfeindlichen Kräften erfolgreich entgegenwirken zu können.
Das Buch besticht durch eine Fülle von Einsichten und Anregungen, die hier nur angedeutet werden konnten. In seiner verständlichen Sprache ist es ein Muss für Arzt und Patient. Hermann Lang
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