ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2006Typ-2-Diabetes: Exenatide empfiehlt sich als Alternative zu Insulin

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Typ-2-Diabetes: Exenatide empfiehlt sich als Alternative zu Insulin

Vetter, Christine

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LNSLNS Die Funktion der Betazellen nimmt im Verlauf des Diabetes progressiv ab, ohne dass bislang Therapieoptionen verfügbar sind, die diese Entwicklung aufhalten könnten. Das dürfte sich mit dem Inkretin-Mimetikum Exenatide ändern, vermutet Prof. Anthony Barnett (Birmingham). Es gebe viele Hinweise, dass das innovative Antidiabetikum, das die Wirkung von GLP-1 (Glucagon like Peptide-1) nachahmt, Betazell-protektive Effekte entfaltet.
Die Betazelle sei beim Diabetes Dreh- und Angelpunkt. Allerdings seien zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits 50 Prozent der Funktion verloren, und auch im weiteren Verlauf nehme die Betazellfunktion Jahr für Jahr um etwa vier Prozent ab, erläuterte der Wissenschaftler. Diesen Verlauf mindestens zu verlangsamen ist ein wesentliches Ziel, auf das die Diabetologen bei neuen Wirkstoffen wie Exenatide hoffen.
Gewichtsreduktion
Das Inkretin-Mimetikum hat in umfassenden Studien dokumentiert, dass es eine Verbesserung der glykämischen Kontrolle gewährleistet. Es liegen auch Langzeitdaten vor, beispielsweise eine Studie, in der 265 Typ-2-Diabetiker, die mit Metformin oder Sulfonylharnstoff oder auch der Kombination beider Antidiabetika nicht gut einzustellen waren, 82 Wochen lang zusätzlich Exenatide zweimal täglich 10 µg erhielten.
„Dadurch wurde der HbA1c- Wert um weitere 1,2 Prozent gesenkt“, erklärte Prof. David M. Kendall (Minneapolis). Als positiv hob er hervor, dass die Gewichtsreduktion über den Studienzeitraum hinweg weiter zunahm und schließlich im Durchschnitt 4,6 Kilogramm betrug. Parallel dazu besserten sich sowohl das Lipidprofil als auch der Blutdruck.
Die antidiabetischen Wirkungen von Exenatide sind denjenigen eines lang wirksamen Insulins vergleichbar, wie die Daten einer Phase-III-Studie belegen. In der Studie, die Prof. Luc van Gaal (Antwerpen) erläuterte, wurden 500 Patienten mit einem Ausgangs-HbA1c-Wert von 8,2 respektive 8,3 Prozent zwei Wochen lang entweder mit dem Analoginsulin Insulin glargin oder mit Exenatide in Ergänzung zu Metformin und Sulfonylharnstoff behandelt.
Glattes Blutzucker-Tagesprofil
Nach sechs Monaten zeigte sich in beiden Gruppen eine vergleichbare HbA1c-Senkung: unter dem Insulin im Durchschnitt um 1,0 und unter Exenatide um 1,1 Prozent. Den Zielwert eines HbA1c-Wertes unter 6,5 Prozent erreichten 32 Prozent der mit Exenatide und 25 Prozent der mit Insulin behandelten Patienten. Unter dem Inkretin-Mimetikum resultierte außerdem laut Angaben von van Gaal das glattere Blutzucker-Tagesprofil mit geringeren postprandialen Blutzucker-Exkursionen.
„Ein erhöhtes Hypoglykämierisiko bestand nicht“, sagte er. Exenatide dürfte nach Ansicht des belgischen Wissenschaftlers damit in erster Linie eine gute Alternative zu einer Behandlung mit einem lang wirksamen Insulin darstellen. Christine Vetter

Pressegespräch „A new Era in Diabetes“ in Athen anlässlich der 41. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft zum Studium des Diabetes (EASD), Veranstalter: Eli Lilly
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