ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2006Therapie-Leitlinien: Vom Zielkonflikt abgelenkt
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LNSLNS Zur Kritiklosigkeit fordern die Empfehlungen der MSTKG (Multiple-Sklerose-Therapie-Konsensus-Gruppe) keineswegs auf. Als eines der Mitglieder der MSTKG, das z. B. bei keinem der hier tätigen Pharmahersteller als „Speaker“ auf Kongressen engagiert ist, möchte ich Herrn Weihe doch entgegenhalten, dass sein Votum nicht weniger tendenziell ist als das, was er beklagt; es lenkt vom Zielkonflikt ab. Die Empfehlungen der MSTKG sind abgewogen und berücksichtigen neben der „Studienlage“, die durch AMG und EMEA/BfArM nicht unwesentlich mitstrukturiert ist, auch die breite klinische Erfahrungswirklichkeit, sodass sie im ursprünglichen Sinne versucht, der „evidence based medicine“ gerecht zu werden. Die Empfehlungen schließen ein, dass der Patient umfassend informiert wird, damit er seine Mitverantwortung für den Schritt in eine Langzeit-, ggf. Endlostherapie übernehmen kann: Alle unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die Kollege Weihe – tendenziell gefärbt – ausbreitet, müssen mit dem Patienten offen und kritisch fallindividuell erörtert werden, auch die derzeitig – trotz erster Ergebnisse von „pharmakogenomics“ – weiter bestehende Unsicherheit über die Prognose des Spontanverlaufs bzw. über die Folgen und Ergebnisse einer immunmodulierenden Intervention, ferner alle Vorbehalte, Fragen zum eventuellen Abbruch/Wechsel/Eskalation der Therapie sind selbstverständliche Erörterungspunkte gegenüber unseren mündigen Patienten – als Elemente einer angemessenen, konti-
nuierlichen Patienten-Arzt-Beziehung . . .
Prof. Dr. med. R. W. C. Janzen, Landwehrweg 12 c, 61350 Bad Homburg
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