SUPPLEMENT: PRAXiS

Privathonorare: Discount-GOÄ

Dtsch Arztebl 2006; 103(12): [1]

Flintrop, Jens

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LNSLNS Die Kassenärzte sind Kummer gewohnt. Seit Jahren müssen sie damit leben, dass die gesetzlich verordneten Honorarbudgets vorne und hinten nicht reichen. Meist decken die GKV-Einnahmen nicht einmal mehr die Praxiskosten. Und jetzt das: Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium will die Gebührensätze für die Behandlung der beihilfeberechtigten Privatversicherten – also der Beamten – auf das Niveau des Standardtarifs (1,7facher Steigerungssatz) absenken. Damit einhergehen soll eine Behandlungspflicht für diese Klientel, damit die Ärzte die Staatsdiener nicht abweisen. Entsprechende Pläne des Ministeriums werden derzeit in den Gremien der Koalitionsparteien beraten. Die Folgen einer solchen GOÄ-Reform könnten sich für viele Praxen existenzbedrohend auswirken – wäre doch ein beträchtlicher Teil des privatärztlichen Honorarvolumens von einer Gebührenabsenkung um 25 Prozent (vom 2,3fachen auf den 1,7fachen Steigerungssatz) betroffen. Je nach Patientenklientel drohen einer Arztpraxis Umsatzeinbußen in Höhe von zehn Prozent und mehr. Ulla Schmidts (SPD) Motive für eine GOÄ-Absenkung sind bekannt: Sie will die Privathonorare auf GKV-Niveau senken und so die Weichen in Richtung Bürgerversicherung stellen. Besorgnis erregend ist es, dass die Idee für eine solche Discount-GOÄ von den unionsgeführten Bundesländern kommt. Sie wollen ihre Haushalte entlasten – auf Kosten der Ärzte. Jens Flintrop
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