ArchivDeutsches Ärzteblatt7/1997Börsebius über Steuersparmodelle: Da geht noch was

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius über Steuersparmodelle: Da geht noch was

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Viele glaubten in den letzten Jahren, das Sesam-öffne-Dich zur sprudelnden Steuersparquelle hieße "Ostimmobilie". Das war im Prinzip schon richtig, denn die hohen Abschreibungssätze auf Ostimmobilien verzuckerten die Nachsteuerrenditen enorm. Dem standen freilich überteuerte Wertansätze gegenüber, oder mit anderen Worten, die Leute bezahlten ihre Steuervorteile aus der eigenen Tasche.
So oder so, die schönen Zeiten gehören allerdings der Vergangenheit an, seit die SonderAbschreibungsmöglichkeiten auf Ostimmobilien drastisch reduziert wurden. Bei Neubauten können statt 50 Prozent nunmehr nur noch 25 Prozent abgeschrieben werden, und bei Büroneubauten sinkt der Satz sogar auf nur magere 20 Prozent. Da geht also nichts mehr. Das ist aber noch lange kein Grund, voller Ingrimm das Kapitel "Wie spare ich sinnvoll Steuern" zuzuschlagen. Es gibt immer noch die wirklich gute Möglichkeit, im Bereich Altbaumodernisierung (in den neuen Bundesländern) vom Fiskus ordentlich zu kassieren. Die Sonder-Abschreibungssätze zur Modernisierung von Altbauten wurden nämlich nur leicht von 50 auf 40 Prozent zurückgenommen. Diese Sonder-Afa kann auf die ersten fünf Jahre verteilt werden. Viele wissen zudem nicht, daß darüber hinaus die gesamten Sanierungs- und Modernisierungskosten über insgesamt zehn Jahre abgesetzt werden können.
Es gilt aber folgendes zu beachten. Dem attraktiven Steuersparmodell steht ein höheres Investitionsrisiko gegenüber. Es ist ja klar, daß im Vergleich zu einem Neubau (selbst da sind längst nicht alle Kosten vorher bekannt) bei einem Altbau die finanzielle Heimtücke aus jeder unsanierten Ecke lauert. Ein Sanierungsobjekt muß daher genau unter die Lupe genommen werden, und es sollte auch ein pekuniäres Überraschungspolster von etwa 15 Prozent der ursprünglichen Investitionssumme eingeplant werden. Erst recht gilt aber auch bei Altbauten: Auf die Lage kommt es an und auf eine realistische Einschätzung der erzielbaren Mieten, die im Schnitt etwa fünf Mark pro Quadratmeter unter denen für Neubauten liegen.
Was bedeutet das nun in der praktischen Umsetzung für den steuersparwilligen Investor? Die Investition in eine Altbaumodernisierungsmaßnahme in den neuen Bundesländern kann lohnen. Die Perlen sind aber auch hier dünn gesät, von der Lage und den erzielbaren Mieten abhängig. Genau rechnen ist auch hier wichtig. Die Investitionssumme darf keineswegs höher sein als der 20fache Netto-Jahresmietertrag. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Bruchlandung. Börsebius
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