ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2006Erhöhte Frühgeburtlichkeit auch nach Loop-Exzision der Zervix

MEDIZIN: Referiert

Erhöhte Frühgeburtlichkeit auch nach Loop-Exzision der Zervix

bh

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LNSLNS Durch die effektive gynäkologische Vorsorge werden Zellentartungen am Gebärmuttermund immer früher erkannt. Bei einer rechtzeitig gestellten Diagnose kann oftmals auf eine Hysterektomie verzichtet werden. Davon profitieren nicht zuletzt junge Frauen mit Kinderwunsch. Allerdings erhöhen die weniger invasiven Methoden – wie etwa die Konisation – das Risiko für eine Frühgeburt. Gleiches gilt jedoch auch für die Hochfrequenz-Chirurgie, wie eine Metaanalyse zeigt.
Alle in den Datenbanken EMBASE und MEDLINE vorhandenen Studien, die Komplikationen bei Schwangerschaften nach Zervix-Eingriffen analysierten, wurden systematisch ausgewertet. Lediglich Arbeiten mit einer Kontrollgruppe (Schwangere ohne vorangegangenen Behandlung) wurden berücksichtigt. Darüber hinaus wurden ausschließlich Studien über Interventionen bei einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie (CIN) oder eines frühinvasiven Zervixkarzinoms Stadium I A1 (nach FIGO) miteinbezogen, die mittels Konisation, Hochfrequenzchirurgie in Form der „Large loop excision of the transfomation zone“ (LLETZ), Laser-Konisation oder Laser-Ablation vorgenommen wurden. Ausgewertet wurden Publikationen aus dem Zeitraum von 1960 bis 2004. 27 Studien entsprachen den genannten Kriterien der Autoren.
Die Metaanalyse zeigt, dass eine Konisation signifikant mit einer vorzeitigen Geburt (nach weniger als 37 Schwangerschaftsswochen) assoziiert ist (relatives Risiko [RR]) 2,59, 95-Prozent-Konfidenzintervall [KI] 1,80–3,72). Gleiches gilt für ein verringertes Geburtsgewicht von weniger als 2 500 Gramm (RR 2,53, KI 1,19–5,36) und einen Kaiserschnitt (RR 3,17, KI 1,07–9,40). Auch auf eine LLETZ folgt signifikant häufiger eine vorzeitige Entbindung (RR 1,70, KI 1,24–2,35). Ein niedriges Gewicht der Neugeborenen tritt vermehrt nach LLETZ auf (RR 1,82, KI 1, 09–3,06), ferner steigt das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung (RR 2,69, KI 1,62– 4,46).
Ähnlich, aber nicht signifikant sind die Effekte der Laserkonisation (vorzeitige Entbindung RR 1,71, KI 0,93– 3,14). Frauen nach Laserablation zeigen kein signifikant erhöhtes Risiko für die beschriebenen Komplikationen. bh

Kyrgiou M, Koliopoulos G, Martin-Hirsch P, Arbyn M, Prendiville W, Paraskevaidis E: Obstetric outcomes after conservative treatment for intraepithelial or early invasive cervical lesions: systematic review an meta-analysis. Lancet 2006; 367: 489–98.

E-Mail: mkyrgiou@yahoo.com

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