ArchivDeutsches Ärzteblatt7/1997Ethik: Nicht das größte moralische Problem

SPEKTRUM: Leserbriefe

Ethik: Nicht das größte moralische Problem

Tamm, Dietrich

Zu den Leserbriefen "Gefahr" von Dr. med. Herwig Alois Stingl und "Verurteilung vermißt" von Dr. med. Willi Paquet in Heft 51-52/1996, die sich auf den Beitrag "Nürnberger Erklärung" in Heft 47/1996 bezogen
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LNSLNS Man mag unterschiedlicher Ansicht zur moralischen Rechtfertigung von Schwangerschaftsabbrüchen sein, selbstverständlich haben diese nichts mit den Verbrechen durch Ärzte im Dritten Reich zu tun, angesichts derer die Nürnberger Erklärung entstand. Es wäre eine Verhöhnung der damaligen Opfer und gleichzeitig der Ärzte, die heute Abtreibungen durchführen, wenn dies in der Nürnberger Erklärung aufgenommen, also miteinander in Verbindung gebracht wäre.
Meine persönliche Meinung zur moralischen Rechtfertigung von Schwangerschaftsabbrüchen ist hier unerheblich, es steht aber außer Frage, daß dieses Thema, während Sozialabbau und Rationierung der medizinischen Leistungen betrieben werden, nicht das größte moralische Problem der heutigen Ärzteschaft ist.
Ich darf in diesem Zusammenhang auch meine Beobachtung schildern, daß das Deutsche Ärzteblatt mit großer Regelmäßigkeit, häufig ohne Bezugsartikel, Leserbriefe von Abtreibungsgegnern veröffentlicht.
Dr. med. Dietrich Tamm, Lindenstraße 28, 56073 Koblenz
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