ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2006Fachärztetag in Berlin: Pragmatismus statt Ideologie

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Fachärztetag in Berlin: Pragmatismus statt Ideologie

Rieser, Sabine

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LNSLNS Scharmann fordert bessere Zusammenarbeit.
Fach- und Hausärzte sind gut beraten, die funktionierende Zusammenarbeit in der Versorgung zum Vorbild auch in der politischen Zusammenarbeit zu nehmen.“ Mit diesen Worten hat Dr. med. Thomas Scharmann am 25. März beim Deutschen Fachärztetag in Berlin die notwendige Geschlossenheit der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte angemahnt und sie gleichzeitig aufgefordert, ihre „Kontaktstellen“ untereinander und zur Klinik weiter zu verbessern.
Der Präsident des Deutschen Facharztverbandes (DFV) verlangte, dafür von „Besitzständen und Allmachtsfantasien zu lassen“: Hausärzte seien Allrounder, aber keine Spezialisten; Fachärzte nicht das kleine Krankenhaus, aber ein kompetenter Zuweiser dorthin; und Klinikärzte könnten nicht die Garanten einer wohnortnahen, ambulanten Versorgung werden.
Die niedergelassenen Kollegen sollten sich darauf vorbereiten, „die freie Wirtschaft zu wagen“, ergänzte Scharmann. Denn so wie die Bürger in Zukunft nur noch auf eine Grundsicherung in den Bereichen Rente, Gesundheit und Pflege bauen könnten, so werde auch eine Kassenzulassung nur noch zur wirtschaftlichen Basissicherung taugen.
Damit Praxen unter Marktbedingungen funktionieren können, fordert der DFV unter anderem den Erhalt von freier Arztwahl und Freiberuflichkeit, eine Gebührenordnung in Euro, die Beendigung der Budgetierung und die Einführung eines Kostenerstattungssystems.
Dr. med. Andreas Köhler stimmte in seinem Gastvortrag zu, dass sich die Versorgungslandschaft weiter ändern müsse. So werde es wohl zwei Stränge der fachärztlichen Versorgung geben, nämlich einen wohnort- und einen krankenhausnahen, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Die Diskussion um eine Art Grund- beziehungsweise Spezialversorgermodell bei den Fachärzten müsse man führen, auch wenn dies kein leichtes Thema sei.
Franz Knieps, Abteilungsleiter im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, hat unterdessen Einzelpraxen wenig Chancen eingeräumt. Im Interview mit dem „Handelsblatt“ erklärte er, die Zukunft gehöre Gemeinschaftspraxen, Medizinischen Versorgungszentren und Ärztenetzen. Rie
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