ArchivDeutsches Ärzteblatt7/1997Gebührenordnung: Gegensteuern

SPEKTRUM: Leserbriefe

Gebührenordnung: Gegensteuern

Hinrichs, Folkert

Zu dem Leitartikel "Druck auf die Liquidation" von Renate Hess in Heft 1-2/1997
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LNSLNS Frau Hess ist in ihrer Ansicht zuzustimmen, daß die Privatliquidation der Ärzte durch die Sparpolitik des Staates gefährdet ist. Wir dürfen dabei aber nicht übersehen, daß eine Minderheit unter uns Ärzten dem Staat die Vorlage für die Durchsetzung seiner finanziellen Interessen gibt. Jeder von uns kennt Ärzte, die in unglaublicher Weise die Gebührenordnung ausnutzen, oder besser gesagt ausreizen. Auf eklatante Weise setzen sich diese Ärzte über bestehende Vorschriften der GOÄ hinweg oder erbringen eine Unzahl überflüssiger Leistungen, die die Kosten in die Höhe treiben.
Mit der privaten Gebührenordnung wird es deshalb so enden wie mit dem EBM: Der Mißbrauch eines Teils der Kollegen wird sich zum Nachteil der vernünftigen und defensiven Kollegen ausschlagen. Ich bin leider der Überzeugung, daß das Liquidationsverhalten der niedergelassenen Ärzteschaft und auch der Krankenhausärzte zur Folge haben wird, daß auch in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung Begrenzungsregelungen zwecks Vermeidung der Ausuferung der Liquidation eingeführt werden. Nicht nur der Staat wird wegen seiner finanziell miserablen Lage die Möglichkeit nutzen, über Änderungen der GOÄ für eine wirksame Leistungs- und Vergütungsbegrenzung zu sorgen. Auch scheint mir der Standardtarif nicht mehr lange nur ein Wunsch der privaten Krankenkversicherung für die Privatversicherten zu bleiben.
Es ist also höchste Zeit, das Liquidationsverhalten selbstkritisch und auch durch die Ärztekammern und die Bundes­ärzte­kammer zu betrachten und gegenzusteuern, solange dies noch Erfolg verspricht und sich nicht alle Elemente der privaten GOÄ dem Niveau der vertragsärztlichen Abrechnung angepaßt haben.
Dr. med. Folkert Hinrichs, Ärztekammer Niedersachsen, Kirchstraße 7-13, 26603 Aurich
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