ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2006Diabetesversorgung: Evaluierung in einer Pilotstudie fehlte

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Diabetesversorgung: Evaluierung in einer Pilotstudie fehlte

Dtsch Arztebl 2006; 103(14): A-922 / B-784 / C-759

Krischker, Uwe

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Foto: KEYSTONE
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Ich hoffe nicht, dass die Datenerfassung „qualitätsgesicherter Daten“ auf der Basis des DMP Diabetes mellitus Typ 2 erfolgt oder erfolgen soll. Eine Längs- oder Querschnittsstudie mit einer irgendwie gearteten Aussagemöglichkeit stellen diese Programme sicher nicht dar (der Einschluss von Ärzten und Patienten erfolgte teilweise, aber nicht überwiegend freiwillig, ein Teil der Daten wurde auf Müllhalden in Südostasien „ausgewertet“, die „wachsende Akzeptanz bei Patienten“ mit dem Versprechen auf Befreiung von Geldleistungen erkauft). Die offensichtlich bestehenden Rekrutierungsdifferenzen (der Begriff Rekruten ist außerordentlich zutreffend, sowohl für die beteiligten Patienten als auch die Ärzte), die innerhalb dieser Republik bestehen, dürften weniger mit der Versorgungsqualität zu tun haben, als vielmehr auf Gegenden hinweisen, in denen Kassenärztliche Vereinigungen, die gar nicht schnell genug eigene DMP-Unterabteilungen mit neuen Posten bilden konnten, zusätzlichen Druck auf die Vertragsärzteschaft zur Teilnahme mit dem Versprechen zusätzlichen Honorars ausgeübt haben. Dass vor der flächendeckenden Einführung des DMP Diabetes mellitus Typ 2 keine Evaluierung in einer Pilotstudie erfolgte oder deren Ergebnisse, aus welchen Gründen auch immer, nicht publiziert wurden, ist für mich das eigentliche Problem. Jetzt auf Daten der AOK zurückzugreifen („soweit möglich“), die schon vor der eigentlichen Evaluierung der Programme diese aus verständlichen Gründen (RSA) als großen Erfolg bezeichnen, ist für mich befremdlich . . . Man kann Diabetiker in einer Hausarztpraxis leitliniengerecht auch ohne DMP-Teilnahme behandeln. Dass dies einen breiten Rücken und langen Atem sowie gemeinsames Handeln aller Praktiker einer Region bedeutet, werden alle Hausärzte bestätigen können, egal, ob es sich um ,,DMP-Ärzte“, welche Qualifikation dies auch immer darstellen soll, oder um Ärzte handelt, die für sich die Schlussfolgerung gezogen haben, endlich einmal Nein zur Bürokratie zu sagen und Ja zu mehr Zeit für die wirkliche Betreuung ihrer Patienten . . .
Literatur bei dem Verfasser
Dr. med. Uwe Krischker,
Reherweg 11, 31855 Aerzen
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