ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2006Ulla Schmidt: Was Frau Schmidt verschweigt

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Ulla Schmidt: Was Frau Schmidt verschweigt

Dtsch Arztebl 2006; 103(14): A-922 / B-785 / C-759

Hessel, Werner

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LNSLNS Frau Ministerin Schmidt hat sich durch Ihren Mitarbeiter Herrn Vater, aus anderen Sachverhalten („Abwanderung von Ärzten nicht so schlimm“ etc.) bereits bekannt, beklagt, das DÄ habe ihren offenen Brief an die Vertragsärzte, der zur Veröffentlichung am 17. März 2006 gedacht war, „aus vordergründigen Erwägungen“ nicht angenommen. Sehr geehrte Kollegen vom DÄ, geben Sie zu, es war nicht vordergründig, sondern hintergründig . . . Ministerin Schmidt reduziert das Problem darauf, dass ja nur der Preis pro Einheit (DDD) in dem neuen Gesetz festgelegt würde, an dem wir uns dann orientieren könnten. Kein Wort zu dem Konflikt Bonus – Malus und der ethischen Dimension im Arzt-Patient-Verhältnis. Kein Wort dazu, dass es vielleicht auch andere Gründe geben kann, warum die Kosten angestiegen sind. Kein Wort dazu, dass es vielleicht Morbiditätsgründe gibt, die ein Grund für niedrige Arzneikosten in Schleswig-Holstein und Bayern sind . . . Kein Wort zu der Frage, dass es sich neben Zufälligkeitsprüfung, Prüfung nach Durchschnittswerten und Richtgrößenprüfung nun um das vierte Prüfverfahren handelt, mit welchem wir bedroht werden. Die anderen Verfahren fallen ja nicht weg, die Regresse von Malus-Bonus-Verfahren müssen dann z. B. bei Richtgrößenprüfungen abgezogen werden . . . Wir verordnen bereits Generika in Größenordnungen. Wir müssen das auch tun, damit wir uns für Innovationen offen halten können. Aber mit dieser Brachialgewalt, wie das Gesetz uns jetzt zum Verordnen des Billigsten zwingen will, können wir uns nicht einverstanden erklären . . .
Dr. Werner Hessel,
Vorsitzender der Ärzte-Union Brandenburg,
Markt 5–6,15848 Beeskow
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