ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2006Asthma und allergische Rhinitis: Duale Antiinflammation während der Pollensaison

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Asthma und allergische Rhinitis: Duale Antiinflammation während der Pollensaison

Weiß, Maria

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LNSLNS Eine antientzündliche Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden gilt als Basis der Asthmatherapie. Reicht diese Therapie allein nicht aus, können Patienten durch die Gabe von Leukotrienantagonisten von einem zusätzlichen antiinflammatorischen Wirkprinzip profitieren. Dies gilt vor allem, wenn die allergische Entzündung bei zusätzlicher allergischer Rhinitis nicht auf die unteren Atemwege beschränkt ist. Schon lange ist es bekannt, dass die allergische Entzündung nicht nur durch steroid-sensitive Mediatoren, sondern auch durch Leukotriene getriggert wird, sagte Prof. Wolfgang Petro (Bad Reichenhall).
In mehreren Studien konnte belegt werden, dass der Leukotrienantagonist Montelukast (Singulair®) eine steroidunabhängige antiinflammatorische Wirksamkeit aufweist und die Kombination beider Wirkprinzipien in einem additiven antiinflammatorischen Effekt resultiert. So konnte zum Beispiel in der COMPACT-Studie1 gezeigt werden, dass die Addition von 10 mg Montelukast zu 800 µg Budenosid bei Asthmatikern genauso wirksam ist wie die Verdopplung der Budenosiddosis auf 1 600 µg und die Wirkung dabei signifikant schneller eintritt.
In der IMPACT-Studie2 erwies sich die Kombination von 10 mg Montelukast mit 200 µg Fluticason bei deutlich besserer antientzündlicher Wirkung als ebenso wirksam wie die Kombination von Fluticason mit einem langwirkendem β2-Agonisten. Dies muss vor allem auch vor dem Hintergrund der zurzeit diskutierten Sicherheitsbedenken beim Einsatz von langwirkenden β2-Agonisten betrachtet werden, betonte Petro.
Bis zu 80 Prozent aller Asthmatiker leiden zusätzlich unter einer allergischen Rhinitis. Mit Beginn der Pollensaison und damit der Rhinitissymptomatik kommt es oft zu einer drastischen Verschlechterung der Asthmasymptome. Schon in der COMPACT-Studie hat sich gezeigt, dass diese Patienten besonders von einer zusätzlichen systemischen antiinflammatorischen Therapie mit Montelukast profitieren. Busse et al. konnten zeigen, dass Asthmapatienten mit bekannter Pollensensitivität durch die Gabe von 10 mg Montelukast drei Wochen lang nicht nur weniger Rhinitissymptome, sondern auch deutlich weniger Asthmasymptome und eine bessere Lungenfunktion aufweisen. Dies bestätigte auch die Multicenterstudie PRAACTICAL3, in deren Rahmen 788 Patienten mit Asthma und saisonaler Rhinitis ein Jahr lang zusätzlich 10 mg Montelukast erhielten.
Laut Aussage von Prof. Claus Bachert (Gent) stellt die Gabe des Leukotrienantagonisten eine Alternative für Patienten mit alleiniger allergischer Rhinitis dar, wenn sie auf die Gabe von Antihistaminika nicht ausreichend ansprechen. Maria Weiß

Pressekonferenz „Asthma und allergische Rhinitis – was haben wir gelernt?“ in Berlin, Veranstalter: MSD

1 COMPACT: Clinical Observation of Montelukast as Partner Agent for Complementary Therapy
2 IMPACT: Investigation of Montelukast
3 PRAACTICAL: Patient-level Review of Asthma and Allergy Care Therapy Including Corticosteroids and Anti-Leukotrienes
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