ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2006Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft „UAW-News – International“: Pulmonale Hypertonie unter Leflunomid

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft „UAW-News – International“: Pulmonale Hypertonie unter Leflunomid

Dtsch Arztebl 2006; 103(14): A-962 / B-814 / C-786

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LNSLNS Leflunomid (Arava®) ist ein antirheumatisches Basistherapeutikum zur Induzierung von Remissionen bei der rheumatoiden Arthritis (DMARD; Disease Modifying Anti Rheumatic Drug). Es ist zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen mit aktiver rheumatoider Arthritis und aktiver Psoriasis-Arthritis. Leflunomid wurde 2004 in Deutschland bei steigender Tendenz (+3,4 Prozent) mit 7,0 Mio. Tagesdosen (DDD) verordnet (1).
Eine amerikanische Arbeitsgruppe (2) berichtet jetzt im Zusammenhang mit diesem Arzneimittel über den Fall einer pulmonalen Hypertonie bei einer 70-jährigen Patientin mit einer seit 13 Jahren bestehenden Anamnese einer seropositiven rheumatoiden Arthritis. Sie wurde seitdem mit sieben verschiedenen DMARD behandelt, die aber alle wegen Ineffektivität oder Nebenwirkungen abgesetzt werden mussten. Die Patientin entwickelte darüber hinaus eine tiefe Beinvenenthrombose und dadurch bedingte pulmonale Thromboembolien, trotz effektiver Antikoagulation. Sie erhielt daraufhin einen Vena-cava-Schirm. Schließlich wurde eine Leflunomid-Therapie in einer Dosierung von 20 mg/Tag eingeleitet, und es kam zu einer deutlichen Besserung der Gelenksymptomatik.
Etwa eineinhalb Jahre später wurde die Patientin wegen einer zunehmenden Dyspnoe stationär aufgenommen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte die Patientin einen INR von 2,6. Die Thromboseprophylaxe war also adäquat. Die Echokardiographie zeigte eine deutliche Hypertrophie des rechten Ventrikels. Es bestanden eine periphere Zyanose und Ödeme. Leflunomid wurde abgesetzt, und die Patientin erhielt – um die Elimination zu beschleunigen – 8 g Colestyramin, dreimal täglich für elf Tage. Einen Monat später waren die Ruhedyspnoe ebenso wie Zyanose und Ödeme verschwunden. Ein knappes halbes Jahr später zeigten sich echokardiographisch keine Zeichen mehr einer pulmonalen Hypertonie.
Im deutschen Spontanmeldesystem (gemeinsame Datenbank von BfArM und AkdÄ, Stand: 24. 11. 2005) sind 373 Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen nach Gabe von Leflunomid erfasst. Am häufigsten wurde dabei über Störungen der Haut und Hautanhangsgebilde (38 Prozent) sowie des Blutbildes und des lymphatischen Systems (30,3 Prozent) berichtet. Der Fall einer pulmonalen Hypertonie wurde bislang nicht registriert. Allerdings finden sich 13 Berichte über Dyspnoe und Ateminsuffizienz. In zehn Fällen wird Husten angegeben. Darüber hinaus sind einzelne Meldungen über Ödeme und das Auftreten einer Zyanose enthalten. In der Fachinformation (3) wird auf die Gefahr einer interstitiellen Lungenerkrankung sowie auf Infektionen wie Bronchitis oder Pneumonie hingewiesen. Aus diesem Grund sollte man bei mit Leflunomid behandelten Patienten immer auch auf entsprechende Symptome (zum Beispiel Dyspnoe, Zyanose, Ödeme) achten oder sie gezielt danach befragen.
Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Sie können dafür den in regelmäßigen Abständen im Deutschen Ärzteblatt auf der vorletzten Umschlagseite abgedruckten Berichtsbogen verwenden oder diesen aus der AkdÄ-Internetpräsenz www.akdae.de abrufen.

Literatur
1. Schwabe U, Paffrath P (Hrsg.): Arzneiverordnungs-Report 2005. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2006.
2. Martinez-Taboada VM, Rodriguez-Valverde V, Gonzalez-Vilchez F, Armijo JA: Pulmonary hypertension in a patient with rheumatoid arthritis treated with leflunomid. Rheumatology 2004; 43: 1451–2.
3. Fachinformation Arava® Filmtabletten, Dezember 2004.
Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin, Postfach 12 08 64, 10598 Berlin, Telefon: 0 30/40 04 56-5 00, Fax: -5 55, E-Mail: info@akdae. de, Internet: www.akdae.de
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