ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2006Führerschein mit 17: Die Autoversicherung sollte Bescheid wissen

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Führerschein mit 17: Die Autoversicherung sollte Bescheid wissen

Combach, Rolf

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Foto: KEYSTONE
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In vielen Policen sind nur Personen über 23 Jahre eingetragen.

Fahranfänger verursachen statistisch belegt die meisten Verkehrsunfälle. Deshalb sind auch die Prämien der Kfz-Haftpflichtversicherungen für diese Gruppe entsprechend hoch. Ein Grund für die Unfallträchtigkeit der jungen Fahrer ist die fehlende Fahrpraxis. Hier soll der Modellversuch „Begleitetes Fahren mit 17“ Abhilfe schaffen, an dem sich die Länder Bayern, Berlin, Brandenburg, Hansestadt Bremen, Hansestadt Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein beteiligen.
Wer mit 17 Jahren Auto fahren will, muss sich zunächst bei einer Fahrschule für die Fahrausbildung Klasse B oder BE anmelden. Außerdem muss man einen Fahrerlaubnisantrag beim zuständigen Amt stellen. Dies ist frühestens mit 16,5 Jahren möglich; die Zustimmung der Erziehungsberechtigten ist obligatorisch. Nach erfolgreicher Fahrprüfung erhält der Fahrschüler eine Prüfungsbescheinigung mit Ausnahmegenehmigung. Darin sind höchstens zwei Begleitpersonen einzutragen: Diese müssen das 30. Lebensjahr vollendet haben, mindestens fünf Jahre den Führerschein der Klasse 3 oder B besitzen und dürfen nicht mehr als drei Punkte in Flensburg haben.
Wer eine Ausnahmegenehmigung besitzt, aber ohne Begleitung an Bord am Steuer eines Autos erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen sowie dem Verlust der vorläufigen Fahrerlaubnis. Wichtig: Der Führerschein ist nur in Deutschland gültig. Er gilt jedoch auch in Bundesländern, die sich nicht am Modellversuch beteiligen. Mit dem Erreichen des 18. Lebensjahrs wird die Prüfbescheinigung in einen echten Führerschein umgewandelt.
Wer seinen Kindern das Fahren in seinem Auto ermöglichen will, sollte unbedingt seine Autoversicherungen überprüfen. Sind hier als Fahrer nur Personen über 23 Jahre – das ist üblich – eingetragen, muss der Halter den jugendlichen Nut-zer seiner Versicherung melden. Versäumt er dies, erlischt im Schadensfall zwar nicht der Versicherungsschutz, doch viele Versicherer verhängen Vertragsstrafen und fordern die ausstehenden höheren Beiträge nach. Rolf Combach
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