SUPPLEMENT: Reisemagazin

Nicaragua: Mit der Armut konfrontiert

Dtsch Arztebl 2006; 103(14): [29]

Bühring, Petra

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Wer nach Südamerika reist und ausgetretene Touristenpfade verlässt, wird unweigerlich mit zum Teil bitterer Armut konfrontiert – aber auch mit dem Phänomen, dass die Menschen trotz der widrigen Umstände Lebensfreude bewahren und mit nahezu stoischem Gleichmut jeden Tag aufs Neue ums Überleben kämpfen. Ein solcher Mensch ist Señor Alvarez. Er ernährt wegen andauernder Dürreperioden mehr schlecht als recht seine sechsköpfige Familie; er ist gleichzeitig Bürgermeister, Seelsorger, Haus- und Tierarzt im Dorf. Mit Alvarez und anderen mutigen Mitarbeitern der Iglesia Luterana de Nicaragua war der Journalist Jan Fragel unterwegs, um auf das Schicksal eines der ärmsten Länder Mittelamerikas aufmerksam zu machen. Er schreibt über Familien, die wie Sklaven auf den Kaffeeplantagen arbeiten, Plantagen, die selbst den „Kaffeebaronen“ wegen gesunkener Weltmarktpreise kaum das Überleben sichern. Er schildert das Leben von Straßenkindern und allein erziehenden Müttern. Obwohl manchmal ein wenig naiv und nicht immer mit viel Hintergrundwissen geschrieben, liefert der Autor eine einfühlsame Einführung in die gesellschaftliche Realität Lateinamerikas. Petra Bühring

„Señor Alvarez kämpft und gewinnt“, Jan Fragel, Porträts aus Nicaragua. Horlemann Verlag, Bad Honnef, 2006, 158 Seiten, kartoniert, 14,90 Euro
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