ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2006Kunsttherapie bei psychischen Störungen

BÜCHER

Kunsttherapie bei psychischen Störungen

PP 5, Ausgabe April 2006, Seite 146

Spreti, Flora von; Martius, Philipp; Förstl, Hans

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Kunsttherapie: Neue Anregungen und Anleitungen
Flora von Spreti, Philipp Martius, Hans Förstl (Hrsg.): Kunsttherapie bei psychischen Störungen. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München, 2005, XIV, 415 Seiten, 7 SW-Abbildungen, 109 farbige Abbildungen, 12 farbige Tabellen, gebunden, 49,95 €
Die Fülle der Literatur über Kunsttherapie ist selbst für „Insider“ kaum zu überschauen. Etwa 50 verschiedene Bezeichnungen für kunsttherapeutisches Vorgehen weisen auf den Reichtum und die Individualität dieser Therapieform hin, stiften aber auch viel Verwirrung.
Im Buch wird ein neuer Weg beschritten: Fachübergreifend wird Basiswissen aus der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik dargestellt und in Beziehung gesetzt zu den Möglichkeiten, die die Kunsttherapie bei dem jeweiligen Krankheitsbild bietet. Im Zentrum steht das Thema „Kunsttherapie bei speziellen Erkrankungen“: bei Demenz-Erkrankungen, schizophrenen und affektiven Psychosen, Persönlichkeitsstörungen/BorderlineStörungen, Traumastörungen, Essstörungen, Suchterkrankungen, Angst- und Zwangsstörungen, somatoformen Störungen und Schmerzstörungen. Jedes Krankheitsbild wird zunächst mit seiner Ätiologie, Symptomatik und „medizinischen Behandlung“ (einschließlich Psychopharmakatherapie) dargestellt.
Anschließend wird detailliert beschrieben, wie Kunsttherapeuten mit dem gestörten Menschen – individuell auf das Krankheitsbild abgestimmt – arbeiten. Arbeitsanleitungen und Fallbeispiele verdeutlichen den Prozess. Zahlreiche von den Patienten gestaltete Bilder spiegeln deren innere Welt wider.
Die Kunsttherapie findet vorwiegend im klinischen Bereich statt. Doch auch in ambulanten, offenen oder geschlossenen Gruppen kann sie sinnvoll eingesetzt werden. Auf deren Besonderheiten wird eingegangen, ebenso auf spezielle Patientengruppen, zum Beispiel Kinder und Jugendliche, Eltern psychisch kranker Kinder und Menschen im Strafvollzug. Hilfreich für die nichtärztlichen Therapeuten ist sicher die kurze und übersichtliche Darstellung der wichtigsten Psychopharmaka. Abschließend wird auf die verschiedenen Wege der Aus- und Weiterbildung von Kunsttherapeuten eingegangen.
Drei Herausgeber und 21 Autoren aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie und Kunsttherapie haben fachübergreifend an diesem praxisnahen und übersichtlichen Werk mitgearbeitet. Wer bisher nur vage Vorstellungen von dieser Therapieform hat, bekommt einen guten Über-blick. Auch für erfahrene Kunsttherapeuten gibt es sicherlich viele neue Anregungen und Anleitungen. Hilfreich wäre jedoch, in der nächsten Auflage auch auf die Kunsttherapie in der Hospizarbeit einzugehen. Ingrid Barley
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