ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2006Psychoonkologie: Das Fatigue-Syndrom
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Autorin rechnet in dem insgesamt sehr guten Artikel das Fatigue-Syndrom „eher den Depressionen zu“, auch wenn sie somatische Mitursachen sieht. Dies muss man kommentieren. Fatigue hat nach aktueller Datenlage ganz wesentlich organische Ursachen, die Folgen der Tumorerkrankung selbst und/oder ihrer Therapie sind. Nicht zufällig ist die Problematik des Fatigue-Syndroms vor allem bei in kurativer Absicht behandelten jungen Menschen, z. B. mit Morbus Hodgkin, aufgefallen. Bemerkungen wie „jetzt stellen Sie sich nicht so an, Sie sind doch jetzt vier Jahre wieder gesund“, aber auch eine rein antidepressive Behandlung haben schon manchem dieser Patienten Unrecht getan. Depression kann Folge von Fatigue sein, und Fatigue kann Symptom einer Depression sein. Beides kann eine gemeinsame Ursache haben. Man sollte aber nicht beides in einen Topf werfen, sonst riskiert man, spezifische Ursachenforschung und Therapieansätze zu übersehen. Es zeichnet gute Psychoonkologie aus, in täglichem engem Kontakt mit Onkologen alle Aspekte und Ursachen des Verhaltens von Menschen mit Krebserkrankungen zu berücksichtigen. Dass dies gut gelingen kann, erlebe ich in der Zusammenarbeit mit den psychoonkologischen Kollegen vor Ort, die seit acht Jahren nicht mehr aus der umfassenden Betreuung von Patienten mit Krebserkrankungen wegzudenken sind.
Literatur bei dem Verfasser
Prof. Dr. med. Norbert Frickhofen, HSK, Dr. Horst Schmidt Kliniken GmbH, Ludwig-Erhard-Straße 100,
65199 Wiesbaden
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige