ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2006Rembrandt: Licht und Dunkel

FEUILLETON

Rembrandt: Licht und Dunkel

PP 5, Ausgabe April 2006, Seite 180

Klinkhammer, Gisela

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Rembrandt van Rijn: Die Nachtwache, 1642,Rijksmuseum, Amsterdam Foto: NBTC
Rembrandt van Rijn: Die Nachtwache, 1642,Rijksmuseum, Amsterdam Foto: NBTC
Zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen beleuchten die unterschiedlichen Facetten des niederländischen Malers.

In den Niederlanden wird in diesem Jahr der 400. Geburtstag von Rembrandt van Rijn gefeiert. 18 Sonderausstellungen sind rund um den größten Maler des Landes geplant. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen die Städte Amsterdam und Leiden.
Rembrandt malte Meisterwerke, die weltweit Berühmtheit erlangten. „Die Anatomie des Dr. Tulp“ (1632), „Die Nachtwache“ (1642), „De Staalmeesters“ (circa 1666) und „Die jüdische Braut“ (1666) sind vier seiner bekanntesten Werke. Die Arbeit Rembrandts inspirierte viele Schüler und spätere Künstlergenerationen, unter anderem Vincent van Gogh. Der sagte einmal über „Die jüdische Braut“: „Zehn Jahre meines Lebens würde ich geben, wenn ich vor diesem Gemälde noch 14 Tage bei trocken Brot sitzen dürfte.“
Rembrandt wird am 14. Juli 1606 in Leiden als neuntes Kind des Müllers Hermen Gerritszoon van Rijn und seiner Frau Neeltje Willemsdochter van Suydbroeck geboren. Von seinem zehnten Lebensjahr an besucht er die Lateinschule, auf der er seinen ersten Zeichenunterricht erhält. Nach einer dreijährigen Studienzeit eröffnete er 1624 sein eigenes Atelier in Leiden. Ein Jahr später geht er für ein Jahr bei dem Amsterdamer Maler Pieter Lastman in die Lehre. Nach seiner Rückkehr beginnt die Zeit seiner künstlerischen Weiterentwicklung. Rembrandts Idol wird der italienische Maler Caravaggio, der vorwiegend harte, dunkle Werke malt. Auch Rembrandt stellt Figuren jetzt vorwiegend mithilfe von Licht und Dunkel dar, einer Technik, die er sein ganzes Leben lang weiter ausarbeitet und nutzt. Der Maler pendelt häufig zwischen Amsterdam und Leiden, bis er sich 1632 endgültig in der niederländischen Hauptstadt niederlässt. 1634 heiratet Rembrandt. Mit seiner Frau Saskia bezieht er zunächst eine Wohnung an der Nieuwe Doelen. 1639 ziehen sie in ihr Haus an der Breestaat (das heuti-ge Museum Rembrandthuis). Dort lebt und arbeitet der Maler in den kommenden
20 Jahren.
Suche eines Genies
Rembrandts Frau Saskia stirbt im Alter von 29 Jahren. Da Rembrandt nicht für seinen Sohn Titus sorgen kann, engagiert er eine Haushälterin – Geertje Dircx. Sie heiraten, aber die Beziehung scheitert. Mit seiner neuen Lebensgefährtin, Hendrickje Stoffels, hat Rembrandt eine Tochter, Cornelia. Um 1653, als Amsterdam von der Pest heimgesucht wird, geht es mit der finanziellen Situation Rembrandts bergab. 1656 wird er vom „Hohen Rat von Holland“ für bankrott erklärt. Mit seiner Familie zieht er in eine Mietwohnung an der Rozengracht. Dort gründen Hendrickje und Titus einen Kunsthandel, für den Rembrandt Gemälde anfertigt. In seinem neuen Atelier malt er „Die Verschwörung der Bataver unter Julius Civilis“ (1661) und „De Staalmesters“. Er versucht sich auch an Landschaftsbildern, die später wegen des besonderen Lichteinfalls geschätzt werden. 1663 kehrt die Pest nach Amsterdam zurück. Hendrickje stirbt und wird in der Westerkerk beigesetzt. Ein Jahr später entsteht Rembrandts letzte Radierung, ein Porträt des Arztes Jan Antonides van der Linden. Rembrandt stirbt am 4. Oktober 1669 im Alter von 63 Jahren.
Das ganze Jahr 2006 hindurch beleuchten zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen die unterschiedlichen Facetten Rembrandts. Die weltberühmte Sammlung von Rembrandt-Gemälden im Amsterdamer Rijksmuseum zählt zu den größten weltweit. In diesem Jahr wird das Museum mit einer Reihe besonderer Präsentationen an den 400. Geburtstag Rembrandts erinnern. In der Ausstellung „Rembrandt und Caravaggio“ (bis 18. Juni) im Van Gogh Museum werden Werke der beiden berühmtesten Maler des 17. Jahrhunderts zusammengeführt. Auch das Museum Het Rembrandthuis präsentiert 2006 mehrere Ausstellungen, unter anderem: „Rembrandt, Suche eines Genies“ (bis 2. Juli) und „Rembrandt, der Kupferstecher“ (8. Juli bis 3. September). Weitere Ausstellungen und Veranstaltungen sind in Rembrandts Geburtsstadt Leiden geplant. Auch ein Rembrandt-Spaziergang wurde ausgearbeitet. Er führt zu allen authentischen Plätzen in der historischen Innenstadt von Leiden, die in Rembrandts Leben eine wichtige Rolle spielten. Weitere Informationen: www.Rembrandt400.com.
Gisela Klinkhammer
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema