ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2006KBV: Politischer Gesundheitsbetrug
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LNSLNS Es wird allgemein akzeptiert, dass für in Anspruch genommene Leistungen auch die Zeche zu zahlen ist. Kluge Köpfe haben sich daran gemacht, dieses Prinzip im deutschen Gesundheitswesen für ungültig zu erklären. Wer den „Anspruch auf die notwendige medizinische Versorgung auf dem neuesten Stand“ zur Richtschnur erhebt, muss sich notgedrungen über die Bezahlung mit den Mitteln der „solidarischen Kran­ken­ver­siche­rung“ Gedanken machen. Die Mittel sind knapp, denn: Zahl der Beitragszahler und Beitragszahlungen nehmen ab, die Inanspruchnehmer werden älter und kränker, und der medizinische Fortschritt lässt auch die Kosten fortschreiten. Die Lösung liegt auf der Hand und wird gerne von Politik und Kassen genutzt. Um die mageren Mittel und die Verwalter dieser Mittel zu schonen, müssen das medizinische Personal stetig sinkend entlohnt werden, die Preise für Medikamente und Medizintechnik nach Möglichkeit gedumpt werden und das so genannte „medizinisch Notwendige“ immer weiter nach unten definiert werden. Wer so die Rechnung ohne den Wirt aufstellt, tut auch gut daran, den Wirt des unsozialen Verhaltens oder gar der Unfähigkeit zu bezichtigen, solange er seine Leistungen nicht unter Selbstkostenniveau feilhält. Auf diesem Hintergrund handelt es sich bei dem Geplänkel der KBV auch nur um Salven aus der Worthülsenkanone. Die Zeit der Gesundheitspolitik in unserem Land ist längst abgelaufen, es gibt nur noch den politischen Gesundheitsbetrug.
Dr. med. Michael Hammes, Hahnbergstraße 20, 32760 Detmold
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