ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2006KBV: Unser System ist am Ende
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LNSLNS . . . Die Verlagerung des Morbiditätsrisikos auf die Kassen wird hinausgeschoben. Sollen wir wirklich glauben, dass sie je kommt? Eher wird man uns mit einer neuen Gebührenordnung, die mal wieder alles verschlimmbessern wird, abzuspeisen versuchen. Die Beschwichtigungen unserer Standesvertreter, es hätte ja alles viel schlimmer kommen können, habe ich in mehr als 25 Jahren Vertragsarzttätigkeit schon mehrmals erlebt . . . Dieses System ist seit Jahren am Ende. Wir brauchen feste Gebührensätze, Rechnungsstellung und Gegenzeichnen durch den Patienten. Ob dann weiter über KV, Kasse oder direkt mit dem Patienten abgerechnet wird, ist eine Verfahrensfrage. Den Diskussionen über Falschabrechnung und Abrechnungsbetrug wäre die Spitze genommen. Wir brauchen dann keine Patientenquittung mehr, die realiter eh nicht angefordert wird. Der Patient wird gezwungen, zur Kenntnis zu nehmen, welche Kosten er wirklich verursacht, und kann mit den Ressourcen verantwortungsvoll umgehen. Dass mit einer derartigen Änderung auf die Kassen mehr Arbeit zukäme, wissen diese genau. Außerdem läge das Morbiditätsrisiko augenblicklich bei den Kassen. Aber diese werden unter willigem Zutun der Politik sich dagegen sträuben. Sie sind gerade dabei, sich durch das elektronische Rezept (eCard) weitere Erleichterung und Kosten zulasten der Ärzte zu verschaffen. Im Glauben an Fortschritt und fiktive Vorteile tun unsere Standesvertreter mit.
Dr. med. Klaus Beckmann,
Karl-Liebknecht-Straße 10, 45770 Marl
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