ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2006Medizinische Soziologie
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Medizinsoziologie
Interdisziplinärer Blick
Johannes Siegrist: Medizinische Soziologie. 6., neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Urban & Fischer Verlag, Elsevier GmbH, München, 2005, VIII, 392 Seiten, 54 Abbildungen, 18 Tabellen, kartoniert, 29,95 €
Der Weg in den Olymp der Medizinischen Fakultäten war für die Medizinsoziologie durchaus steinig. Ihre stetig gewachsene Akzeptanz lässt sich mit der Überzeugungskraft und der Beharrlichkeit von Wissenschaftlern wie Johannes Siegrist erklären, einem seit den 1970er-Jahren national wie international renommierten Medizinsoziologen und Begründer des Zusatzstudiengangs Public Health in Düsseldorf.
Vor kurzem erschien die sechste Auflage seines grundlegend überarbeiteten und in erster Auflage bereits 1974 erschienenen Lehrbuchs „Medizinische Soziologie“. Wenngleich orientiert an den Erfordernissen ärztlicher Ausbildung, profitieren nicht nur Studierende der Medizin und der Gesundheitswissenschaften/Public Health von dieser anregenden und profunden Darstellung medizinsoziologischer Erkenntnisse. Der Autor richtet sich in gleicher Weise an Ärzte in Fort- und Weiterbildung und an alle, die an theoretischen und empirischen Grundlagen einer interdisziplinären Versorgungsforschung interessiert sind.
Die Leser erfahren in sechs Kapiteln Wissenswertes über die Geschichte und die Aufgaben der Medizinsoziologie, über ihre methodischen Grundlagen und ihre zentralen Erklärungsansätze über gesellschaftliche Einflüsse auf Gesundheit und Krankheit und deren Bewältigung. Ein weiteres Kapitel beschreibt die deskriptive und theoretische Basis der Soziologie zur Analyse moderner Gesellschaften. Darüber hinaus beschäftigt sich das Lehrbuch mit Fragen ärztlicher Professionalisierung und dem globalen Trend einer zunehmenden Deprofessionalisierung der Ärzteschaft. Es widmet sich ausführlich der Arzt-Patient-Beziehung und fordert im Schlusskapi-
tel durch die Darstellung neuester Erkenntnisse über Prävention und Rehabilitation zur Auseinandersetzung mit aktuellen Diskussionen im Gesundheitswesen auf.
Johannes Siegrist gilt seit langem als überzeugter und überzeugender Wanderer in fachübergreifenden Welten – erinnert sei an seinen Beitrag zur „Sozialen Ungleichheit von Gesundheit und Krankheit in Europa“ auf dem 108. Deutschen Ärztetag 2005. Mit der sechsten Auflage seines erfolgreichen Lehrbuchs belegt er eindrucksvoll, dass Individualmedizin und Public Health einander ergänzen und die Beantwortung zentraler Fragen in unserem Gesundheitswesen die Integration beider voraussetzt. Man wünscht dieser gelungenen Neuauflage des erfolgreichen Lehrbuchs viele Leser. Diese erwartet eine spannende Lektüre und die lohnende Schärfung eines interdisziplinären Blicks auf die Medizin und auf das Gesundheitssystem. Edith Meier
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