ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2006Generische Lösungen zum Datenschutz für die Forschungsnetze in der Medizin

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Generische Lösungen zum Datenschutz für die Forschungsnetze in der Medizin

Dtsch Arztebl 2006; 103(15): A-1002 / B-848 / C-819

Reng, Carl-Michael; Debold, Peter; Specker, Christof; Pommerening, Klaus

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Telematik
Datenschutz für Forschungsnetze
Carl-Michael Reng, Peter Debold, Christof Specker, Klaus Pommerening: Generische Lösungen zum Datenschutz für die Forschungsnetze in der Medizin. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2006, Softcover, 95 Seiten, 12 Abbildungen, 39,95 €
Die Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (TMF) hat als zentrale Dachorganisation für übergreifende Themen und Aufgaben der medizinischen Forschungsnetze eine eigene Schriftenreihe begonnen, in der künftig Referenzwerke zur Gesundheitstelematik sowie Ergebnisse aus eigenen Projekten veröffentlicht werden sollen. Damit will sie die Arbeit in den Forschungsverbünden unterstützen und diesen, beispielsweise durch Checklisten, Leitfäden und Rechtsgutachten, auch praktische Hilfestellung geben.
Das erste Werk der Reihe beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die die zunehmende Vernetzung der medizinischen Forschung an den Datenschutz stellt. Vor allem durch die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 1998 geförderten medizinischen Kompetenznetzwerke und das Nationale Genomforschungsnetz sind die Bemühungen, den Informationsfluss und den Datenaustausch von der Klinik zur Wissenschaft und aus der Wissenschaft in die Versorgung zu verbessern, vorangetrieben worden. Der Aufbau solcher Forschungsverbünde erfordert jedoch einerseits die zentrale Zusammenführung und Speicherung von medizinischen Daten jenseits der einzelnen Ursprungsinstitutionen – nur so sind beispielsweise klinische Studien an großen Patientenkollektiven über längere Zeiträume überhaupt möglich. Andererseits sind die strikten gesetzlichen Vorgaben zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte und des Datenschutzes zu berücksichtigen. Die mit dem Datenschutz abgestimmten generischen Datenschutzkonzep-te der TMF sollen als eine Grundlage zur Erstellung netzspezifischer Modelle und Sicherheitspolicies für den geschützten Datenaustausch dienen. Dadurch muss nicht jedes Forschungsnetz aufwendige datenschutzrechtliche Eigenkonstruktionen entwickeln, sondern kann die Konzepte und Verfahren der TMF lediglich an die eigenen Erfordernisse anpassen und spezifizieren. Darüber hinaus lassen sich so auch die Genehmigungsverfahren durch die Landesdatenschutzbeauftragten vereinfachen und beschleunigen.
Die TMF unterscheidet zwei grundsätzliche Ausrichtungen von Forschungsnetzen. Entsprechend hat sie zwei Musterlösungen für die Datenprozesse erarbeitet, die detailliert vorgestellt werden: Bei den überwiegend klinisch fokussierten Forschungsnetzen, deren Daten unmittelbar aus dem Behandlungsprozess gewonnen werden, ist keine Online-Nutzung des klinischen Datenbestandes notwendig, sondern nur ein asynchroner Zugriff auf bestimmte exportierte Teilmengen der Behandlungsdaten. Dagegen benötigen überwiegend wissenschaftlich ausgerichtete Forschungsnetze einen zeitlich und räumlich weitgehend uneingeschränkten Online-Zugriff auf die – zuvor pseudonymisierten oder anonymisierten – Daten. Das generische Konzept für die klinisch ausgerichteten Netze wurde zusammen mit den Kompetenznetzen Chronisch-entzündliche Darm­er­krank­ungen sowie Akute und chronische Leukämien entwickelt, wohingegen das zweite Modell mit dem Kompetenznetz Rheuma erarbeitet wurde.
Heike E. Krüger-Brand
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